Max Verstappen hat bereits eine Vorstellung davon, wer Gianpiero Lambiase als sein Renningenieur bei Red Bull nachfolgen soll, macht aber klar, dass der Wechsel nur schrittweise vorbereitet wird, obwohl Lambiase erst 2028 zu McLaren wechselt.
Im Interview mit Viaplay sagte der viermalige Weltmeister, dass der Übergang nicht sofort beginnen werde. „Das geht wohl Schritt für Schritt. Ich habe schon Ideen, wen ich haben will. Der läuft auch im Team herum, also geht das einfach nach und nach“, sagte Verstappen. Zugleich betonte er, dass der Prozess derzeit noch nicht angelaufen sei: „Aber im Moment noch nicht. Dafür ist es, denke ich, auch noch etwas zu früh.“
Damit deutet Verstappen an, dass Red Bull die Nachfolge intern aufbauen will, statt kurz vor dem Abschied von Lambiase eine abrupte Lösung zu suchen. Einen Namen nannte er nicht. Er ließ aber erkennen, dass die ersten Veränderungen eher später einsetzen werden als sofort. Es sei logisch, sagte er, dass sich „irgendwo gegen Ende des Jahres“ langsam etwas verändern werde.
Für Red Bull ist das eine heikle Personalfrage, obwohl der Zeitplan auf den ersten Blick noch Luft lässt. Lambiase bleibt nach den vorliegenden Angaben bis spätestens Ende 2027 beim Team, bevor er 2028 zu McLaren wechselt. Trotzdem hat Verstappen nun offen bestätigt, dass die Vorbereitung auf die Zeit danach bereits gedanklich begonnen hat.
Das Gewicht dieses Wechsels liegt nicht nur in Lambiase’ Position innerhalb des Teams, sondern vor allem in seiner Verbindung zu Verstappen. Beide arbeiten seit mehr als zehn Jahren als Fahrer und Renningenieur zusammen. In dieser Konstellation gewann Verstappen alle vier seiner Formel-1-Weltmeistertitel. Red Bull muss also nicht einfach nur einen erfahrenen Ingenieur ersetzen, sondern das direkte Bindeglied zum erfolgreichsten Fahrer des Teams neu besetzen.
Gerade deshalb ist die Rolle des Renningenieurs in der Formel 1 so sensibel. Sie reicht weit über die reinen Funksprüche am Sonntag hinaus. Der Renningenieur ist der engste technische Ansprechpartner des Fahrers, koordiniert Informationen aus dem Team und prägt mit, wie schnell Entscheidungen unter Druck getroffen werden. Wenn ein Fahrer wie Verstappen sagt, dass er bereits eigene Vorstellungen für die Nachfolge hat, ist das ein Hinweis darauf, wie zentral diese Personalie für die sportliche Stabilität von Red Bull ist.
Hinzu kommt ein weiterer Punkt, den Verstappen selbst angesprochen hat: Je näher Lambiase’ Wechsel zu McLaren rückt, desto vorsichtiger muss Red Bull mit internen Informationen umgehen. „Irgendwann werden natürlich weniger Informationen geteilt. Das versteht er, denke ich, selbst auch“, sagte Verstappen über den Umgang mit Daten und technischem Austausch in der Übergangsphase.
Diese Aussage zeigt, dass die Trennung trotz des langen Vorlaufs nicht nur organisatorisch, sondern auch operativ Folgen haben wird. Solange Lambiase noch Verstappens Renningenieur ist, bleibt er eine Schlüsselfigur im laufenden Rennbetrieb. Gleichzeitig weiß Red Bull bereits, dass er zu einem direkten Rivalen wechselt. Genau daraus entsteht die Balance, die das Team nun finden muss: die bestehende Erfolgsbeziehung möglichst lange sportlich nutzen und parallel eine neue aufbauen, ohne sensible Informationen zu weit zu öffnen.
Verstappens Aussagen legen nahe, dass Red Bull diesen Prozess bewusst strecken will. Kein harter Schnitt, kein sofortiger Wechsel an der Boxenmauer, sondern eine langsame Übergabe mit einem internen Kandidaten im Hintergrund. Für ein Team, das einen Fahrer mit vier WM-Titeln betreut, dürfte genau diese kontrollierte Übergangsphase entscheidend dafür sein, ob die Zusammenarbeit nach Lambiase sportlich nahtlos weiterläuft.
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