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Verstappen knüpft F1-Zukunft an Motoren-Kehrtwende

Max Verstappen hat seine Formel-1-Zukunft in Montreal vor dem Kanada-Grand-Prix deutlich enger an die geplante Motoren-Kehrtwende für 2027 geknüpft und gesagt, dass die vorgeschlagenen Änderungen seine Chancen auf einen Verbleib in der Serie „definitiv“ erhöhen würden.

Der Red-Bull-Pilot begrüßte die Richtung der FIA ausdrücklich. Verstappen sagte am Donnerstag in Montreal, die Pläne gingen „definitiv in eine sehr positive Richtung“, seien „das Minimum, worauf ich gehofft hatte“ und „definitiv das, was der Sport braucht“. Auf die direkte Frage, ob die Vorschläge seine Chancen erhöhen, auch im kommenden Jahr in der Formel 1 zu fahren, antwortete er: „Ja, definitiv. Ich möchte einfach ein gutes Produkt in der Formel 1 sehen, und das wird das Produkt mit Sicherheit verbessern.“

Für Verstappen geht es dabei weniger um die eigene Wettbewerbsfähigkeit als um das Fahrgefühl und die Qualität der Serie insgesamt. Er sagte, die Änderung werde ihn „glücklicher“ machen und damit auch den Fahrspaß erhöhen. „Es wird das Produkt verbessern. Das bedeutet, dass ich glücklicher bin, und genau das brauche ich, um in der Formel 1 weitermachen zu können“, sagte er. Zugleich vermied er noch eine absolute Zusage und betonte, dass es für ihn nicht nur um ein simples Ja oder Nein gehe.

Dass er den geplanten Eingriff so klar unterstützt, ist vor allem wegen seiner Kritik am aktuellen Motorenkonzept bedeutsam. Verstappen war der deutlichste Kritiker der 2026er Ausrichtung mit einer nahezu ausgeglichenen Verteilung zwischen Verbrenner- und Elektroanteil. Er bemängelte, dass die Fahrer die Batterien in einer Weise laden und einsetzen müssten, die normales Fahren und den Fahrgenuss beeinträchtige. Nach Suzuka im März hatte er deshalb bereits klargemacht, dass er seine unmittelbare Zukunft in der Formel 1 ernsthaft abwägt.

Der nun diskutierte Plan soll die Balance näher an ein 60:40-Verhältnis zugunsten des V6-Verbrenners verschieben. Dafür sollen der Kraftstoffdurchfluss erhöht und die Leistung von MGU-K beziehungsweise ERS um etwa 50 kW reduziert werden. In einigen Berichten ist zudem von einer größeren Batteriekapazität die Rede, damit sich die Autos natürlicher fahren lassen.

Noch ist der Kurswechsel allerdings nicht endgültig beschlossen. Verstappen machte selbst deutlich, dass die Einigung erst dann zählt, wenn alle Details bestätigt sind. „Deshalb müssen wir abwarten, bis es vollständig bestätigt ist. Aber das muss definitiv passieren“, sagte er.

Genau dort liegt die entscheidende Hürde. Obwohl nach dem Miami-Grand-Prix von einer grundsätzlichen Einigung die Rede war, ist über die endgültige Ausgestaltung noch nicht vollständig entschieden. Carlos Sainz, Williams-Pilot und Direktor der Grand Prix Drivers’ Association, unterstützt zwar wie Verstappen die 2027er Richtung, warnte aber zugleich vor dem üblichen Widerstand im Hintergrund. „Leider wird es in diesem Sport wie immer Politik geben und unterschiedliche Interessen bei den großen Herstellern, die je nach eigener Lage in die eine oder andere Richtung drängen werden“, sagte Sainz. Damit hängt Verstappens deutlich positiverer Blick auf seine F1-Zukunft nun daran, ob aus der angekündigten 60:40-Neuausrichtung tatsächlich verbindliches Reglement wird.