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Verstappen kann Red Bull nach 2026 leichter verlassen

Nach dem Spanien-GP ist es deutlich wahrscheinlicher geworden, dass Max Verstappen seine leistungsbezogene Ausstiegsklausel bei Red Bull ziehen kann, denn der viermalige Weltmeister liegt nur auf Rang sieben der Fahrer-WM und Red Bull hat trotz eines Treffens in Salzburg keine interne Bleibezusage erhalten.

Verstappens Vertrag läuft laut den vorliegenden Berichten zwar bis Ende 2028, enthält aber eine einseitige Ausstiegsmöglichkeit zum Ende der Saison 2026. Entscheidend ist dabei seine Position in der Fahrerwertung zu Beginn der Sommerpause: Liegt er dann nicht unter den ersten zwei, könnte die Klausel erstmals realistisch greifen.

Genau dieses Szenario ist nach Barcelona näher gerückt. Verstappen steht bei 55 Punkten und damit 60 Zähler hinter Lewis Hamilton auf Platz zwei. Vor der Sommerpause bleiben noch vier Grands Prix und ein Sprint, also 108 Punkte, doch ein Sprung bis auf Rang zwei vor dem Ungarn-GP gilt als unwahrscheinlich.

Zusätzliche Brisanz bekam die Lage durch ein Treffen mit führenden Red-Bull-Verantwortlichen in Salzburg, darunter Mitbesitzer Chalerm Yoovidhya und CEO Oliver Mintzlaff. Auf Fragen dazu blieb Verstappen in Barcelona demonstrativ vage. Der Red-Bull-Pilot sagte: „Das geht niemanden etwas an.“ Und er fügte hinzu: „Es war ohnehin geplant. Es ist nicht so, als wäre das plötzlich nach Monaco entstanden.“

Erik van Haren von De Telegraaf, der als nah am Verstappen-Umfeld gilt, berichtete, dass Red Bull bei dem Treffen auf ein klares Bekenntnis gehofft hatte, dieses aber nicht bekam. Nach seiner Darstellung hätte eine solche Zusage für mehr Ruhe im Team gesorgt und Red Bull auch gegenüber Mitarbeitern und Partnern geholfen. Stattdessen bleibt die Zukunft des Niederländers offen, während der Fahrermarkt im Fahrerlager laut van Haren blockiert ist.

Van Haren sieht die Vertragsklausel inzwischen als realen Faktor. Verstappen könne sie „zum ersten Mal in diesem Jahr wirklich“ aktivieren, sagte er mit Verweis auf einen „Bewertungspunkt während der Sommerpause“. Mit Blick auf die aktuelle WM-Lage ergänzte er, er gehe nicht davon aus, „dass er sich plötzlich auf Platz zwei wiederfindet“.

Dass die Unsicherheit gerade jetzt zunimmt, hängt auch mit Red Bulls sportlicher Lage zusammen. Verstappen räumte in Barcelona selbst ein, dass sein Team hinter Mercedes, Ferrari und McLaren nur noch die vierte Kraft ist. Van Haren wertete das Spanien-Wochenende als deutlichen Hinweis auf die Grenzen des aktuellen Autos und sprach von einer gewissen Resignation nach dem Rennen.

Damit rückt der Österreich-GP in den Mittelpunkt. Red Bull will das Auto dort leichter machen, und van Haren bezeichnete das Wochenende als „sehr wichtig“ für Verstappens Zukunft, weil sportlicher Fortschritt darüber entscheiden könnte, wie ernsthaft die Ausstiegsklausel zur Sommerpause tatsächlich wird.