© Jake Archibald from London, England

Red Bull ringt mit Startproblem nach Barcelona

Isack Hadjar hat Red Bulls größtes Problem nach dem Grand Prix von Spanien offen benannt: Die Starts seien so nicht haltbar. In Barcelona fiel der Franzose nach einem misslungenen Start von Platz sechs bis zur ersten Kurve auf Rang 14 zurück, kämpfte sich im Rennen aber noch wieder auf P6 nach vorn.

Damit stand das Thema erneut im Mittelpunkt, das Red Bull schon durch die Saison begleitet. Hadjar war in Barcelona direkt hinter Teamkollege Max Verstappen gestartet, verlor dann aber auf dem Weg zu Kurve 1 acht Positionen. Danach machte er klar, dass es für ihn kein Einzelfall war, sondern ein Muster.

Hadjar sagte nach dem Rennen bei F1 TV: „Wir müssen einfach an unseren Starts arbeiten, denn so kann es nicht weitergehen. Jedes Rennwochenende ist es dieselbe Geschichte. Hier war es ein Albtraum, aber ich hatte das ganze Wochenende über Schwierigkeiten. Das ist wirklich der Punkt, an dem wir arbeiten müssen, weil alle Fortschritte gemacht haben, ich aber wieder zurückgefallen bin. Die Prozedur ist zu schwierig. Das Arbeitsfenster ist zu klein.“

Wie gravierend die Probleme in Barcelona waren, beschrieb er später noch deutlicher. Hadjar sagte im Medienbereich, der entscheidende Start in die Grand Prix sei der schlechteste von sechs Übungsstarts des Wochenendes gewesen. Dazu kam, dass ihm der Motor gleich zweimal abstarb, obwohl ihm das in dieser Saison zuvor nicht passiert war.

„Ich glaube, von den sechs Trainingsstarts, die wir am Wochenende gemacht haben, war das der schlechteste. Und ausgerechnet auf der Startaufstellung musste das passieren“, sagte Hadjar. „Ich habe den Motor zweimal abgewürgt, etwas, das mir die ganze Saison über nicht passiert ist. Deshalb müssen wir diese Probleme lösen, denn die Prozedur ist viel zu kompliziert. Ich bin kein Computer, ich bin keine Maschine. Ich kann nicht auf 0,0001 Prozent genau sein. So funktioniert das nicht.“

Der Rückschlag von Barcelona passt in ein breiteres Bild bei Red Bull. Nicht nur Hadjar, auch Verstappen hat in dieser Saison bei Starts wiederholt Positionen verloren. Hadjar verwies dabei auf Mercedes als Gegenbeispiel. Dort habe es mit Kimi Antonelli zu Saisonbeginn ähnliche Schwierigkeiten gegeben, die das Team in den vergangenen drei Rennwochenenden offenbar deutlich besser in den Griff bekommen habe.

Red-Bull-Teamchef Laurent Mekies widersprach der Kritik seines Fahrers nicht und nannte nach dem Rennen eine technische Ursache. Die Schwäche hänge mit dem ersten Jahr des Teams als Hersteller der Antriebseinheit zusammen. Vor allem das Zusammenspiel zwischen Chassis und Motor müsse noch besser abgestimmt werden.

Mekies sagte, Red Bull habe in dieser Saison bislang schwache Starts erlebt, und das gehöre im ersten Jahr als Motorenhersteller zum Lernprozess. Man habe eine sehr gute Antriebseinheit, sagte er, „aber es ist auch eine Antriebseinheit mit einem sehr engen Arbeitsfenster“. Einen Zeitplan für eine Lösung nannte er nicht. Genau das macht das Startproblem für Red Bull so brisant: Es ist nicht mehr nur ein wiederkehrender Fahrfehler, sondern eine grundlegende Schwäche im Gesamtpaket des Teams.