© Jonathan Borba

Madring räumt vor F1-Debüt Zeitdruck ein

Der Madring muss weniger als drei Monate vor seinem Formel-1-Debüt erstmals offen Zeitdruck einräumen: RFEdA-Präsident Manuel Aviñó sagte, das Projekt liege in vielen Bereichen nicht vor dem Zeitplan, und ein als Generalprobe geplantes Testrennen sei wegen administrativer und gesetzlicher Hürden abgesagt worden.

In einem Interview mit Soy Motor beschrieb Manuel Aviñó, Präsident der Königlichen Spanischen Automobilföderation RFEdA, die Lage als angespannt, wenn auch nicht außer Kontrolle. Er sagte, er sei „sehr begeistert, mit großen Erwartungen, aber auch ein wenig nervös, weil wir in vielen Bereichen nicht wirklich vor dem Zeitplan liegen“. Damit kommt aus dem Projektumfeld erstmals öffentlich ein deutlich offenerer Ton, nachdem Sorgen über mögliche Verzögerungen zuvor regelmäßig heruntergespielt worden waren.

Der größte Rückschlag ist der Wegfall des Testrennens, das als operative Generalprobe vor dem Grand Prix vom 11. bis 13. September vorgesehen war. Aviñó erklärte, die Veranstaltung habe „aufgrund verschiedener Umstände im Zusammenhang mit administrativen und gesetzlichen Genehmigungen“ nicht organisiert werden können. Stattdessen soll nun „eine Reihe technischer Tests“ sicherstellen, dass Strecke und Abläufe bis zum Rennwochenende funktionsfähig sind.

Das ist bemerkenswert, weil der jüngste öffentliche Auftritt des Projekts ein anderes Bild vermittelt hatte. Bei der offiziellen Präsentation in Madrid wurde die Strecke als vollständig asphaltiert gezeigt, auch der Boxenkomplex an der Start-Ziel-Geraden befand sich in einem weit fortgeschrittenen Zustand. Zuvor hatte eine FIA-Delegation unter Leitung von Rui Marques das Gelände inspiziert und validiert. Das hatte die offizielle Botschaft gestützt, dass der Zeitplan unter Kontrolle sei.

Trotz der fertigen Fahrbahn bleibt die entscheidende Arbeit damit aber nicht abgeschlossen. Über den Sommer müssen noch Tribünen und weitere temporäre Infrastruktur installiert werden. Gerade diese Bereiche hatten im Umfeld des Projekts bereits Zweifel genährt, ob das Gesamtpaket rechtzeitig für den ersten Grand Prix fertig werden kann.

Aviñó selbst zeichnete ein gemischtes Bild. „Die Dinge laufen nicht genau so, wie wir es uns wünschen würden, aber sie laufen auch nicht schlecht“, sagte er. Unerwartete und unerwünschte Probleme tauchten auf, fügte er hinzu, doch man finde alternative Lösungen. Gleichzeitig hielt er an der zentralen Zusicherung fest, dass das Projekt rechtzeitig bereit sein werde: Er sei überzeugt, „dass alles funktionieren wird, und dass es gut funktionieren wird“.

Für den Madring verschiebt sich der Fokus damit von Symbolen des Fortschritts auf den Praxistest unter Zeitdruck. Die Strecke ist fertig und FIA-validiert, doch nach der abgesagten Generalprobe wird das September-Wochenende nun umso stärker zum eigentlichen Belastungstest für Madrids neuen Grand Prix.