© Jonathan Borba

Vasseur kontert Wolff im Cost-Cap-Streit

Ferrari-Teamchef Frédéric Vasseur hat Toto Wolffs Aussagen über Ferraris Upgrade-Offensive in Silverstone scharf zurückgewiesen und klargemacht, dass für ihn jede Unterstellung eines Cost-Cap-Verstoßes in Richtung Betrugsvorwurf geht.

Auslöser war Wolffs Reaktion nach dem Österreich-Grand-Prix. Der Mercedes-Teamchef sagte, man sei „a little bit surprised that Ferrari can throw these huge updates at the car in the way they do“ und legte nach: „In my opinion they need to be running out of money soon, cost cap money, because we can't do that.“ Besonders der Zusatz, er hoffe, dass sich das gegen Ende der Saison ändere, weil Ferrari dann keine neuen Teile mehr bringen könne, wurde im Fahrerlager als Spitze gegen die Regelkonformität der Scuderia verstanden.

Vasseur konterte darauf in der offiziellen Teamchef-Pressekonferenz in Silverstone. Frédéric Vasseur, Ferrari-Teamchef, sagte: „I found it quite ironic, coming from Toto and Mercedes. When Red Bull is developing or when Mercedes is developing, they are geniuses. When we are developing, they are cheating. I think you have to calm down with this. We didn't bring more parts than Red Bull or another one. I don't know if it was a joke.“

Er widersprach nicht nur politisch, sondern auch sachlich. Nach Angaben aus dem Bericht verwies Vasseur auf die FIA-Liste der gemeldeten Updates: Red Bull kam bis Silverstone auf 31 geänderte Teile, Ferrari auf 29. In Silverstone selbst habe Ferrari nur minimale Änderungen an den hinteren Bremskühlkanälen vorgenommen.

Auf die direkte Frage, ob Wolff Ferrari damit des Schummelns bezichtige, zog Vasseur die Linie noch klarer: „If you think that we overshoot the cost cap, for me it is going in this direction.“ Ein persönliches Gespräch mit Wolff habe er zunächst bewusst vermieden. Auf die Frage, ob die beiden das Thema schon besprochen hätten, sagte er nur: „Es war besser, es zu vermeiden.“ An anderer Stelle formulierte er es ähnlich und meinte, es sei besser gewesen, mit kühlem Kopf zu warten.

Wolff wies den Vorwurf nach dem Silverstone-Sprint bei Sky zurück und bestand darauf, keinen Betrug unterstellt zu haben. Toto Wolff, Mercedes-Teamchef, sagte: „Fred muss die gesamten Aussagen lesen, nicht nur immer die Überschriften.“ Er ergänzte: „Da war kein Vorwurf des Betrugs dabei, sondern nur ein Statement.“ Damit ist aus einer Bemerkung über Entwicklungsrhythmus und Budgetobergrenze vor Silverstone ein offener politischer Schlagabtausch geworden, der zwei direkte Rivalen im Titelkampf nun auch abseits der Strecke gegeneinander stellt.