Nikola Tsolov ist bei Red Bull ein ernsthafter Kandidat für ein Racing-Bulls-Cockpit in der Formel 1 für 2027, auch wenn laut RacingNews365 noch keine endgültige Entscheidung gefallen und noch kein Vertrag unterschrieben ist.
Damit rückt der 19-jährige Bulgare immer näher an sein Debüt in der Königsklasse heran, doch genau an diesem Punkt gehen die Berichte auseinander. Während RacingNews365 die Beförderung als konkrete und ernsthafte Option beschreibt, meldet SoyMotor.com den Wechsel zu Racing Bulls für die nächste Saison bereits praktisch als vollzogen. Gerade dieser Widerspruch macht deutlich, wie angespannt die Lage im Red-Bull-Fahrermarkt geworden ist.
Tsolov hat sich diese Position mit einem starken Rookie-Jahr in der Formel 2 erarbeitet. Er gewann gleich beim ersten Rennwochenende der Saison in Australien das Hauptrennen, legte in Miami einen Sprintsieg nach und holte in Monaco seinen zweiten Erfolg im Hauptrennen. In der Meisterschaft liegt er damit auf Rang zwei, nur sechs Punkte hinter Spitzenreiter Gabriele Minì.
Aus Red-Bull-Sicht ist das mehr als nur eine gute Nachwuchssaison. Tsolov wird den Berichten zufolge intern hoch eingeschätzt, und seine Entwicklung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem sich die Teamstruktur für 2027 noch nicht klar abzeichnet. Genau deshalb ist trotz der positiven Signale noch offen, ob aus dem Interesse sofort ein unterschriebener Formel-1-Vertrag wird.
Denn die entscheidende Frage lautet nicht nur, ob Tsolov bereit ist, sondern auch, wer bei Racing Bulls Platz machen müsste. Mehrere Berichte verknüpfen diese Entscheidung direkt mit der Zukunft von Max Verstappen. Sollte Verstappen bei Red Bull bleiben, dürfte der Druck innerhalb des Junior- und Schwesterteam-Systems deutlich steigen und mindestens ein aktueller Racing-Bulls-Fahrer könnte keinen Platz mehr haben. Falls Verstappen geht, würden sich im gesamten Red-Bull-Kader neue Möglichkeiten öffnen.
Damit richtet sich der Blick zwangsläufig auf Liam Lawson. Dessen Perspektive für 2027 wird laut SoyMotor.com bereits daran gemessen, ob er sich klar gegen seinen Rookie-Teamkollegen Arvid Lindblad behaupten kann. Tsolovs Aufstieg verschärft diese Lage zusätzlich, weil Lawson nicht nur intern gegen Lindblad bewertet wird, sondern nun auch einen weiteren Junior im Nacken hat, der mit seinen Ergebnissen in der Formel 2 immer schwerer zu ignorieren ist.
Für Racing Bulls ist Tsolov deshalb nicht bloß eine Option für die Zukunft, sondern ein Faktor, der den gesamten Auswahlprozess für 2027 verändert. Sollte er den Zuschlag erhalten, wäre er der erste Bulgare in der Formel 1 und den Berichten zufolge auch der erste Formel-1-Fahrer vom Balkan. Vor allem aber wäre seine Beförderung ein weiteres Zeichen dafür, dass Red Bull seine nächste Fahrerentscheidung nicht isoliert treffen kann, sondern im Schatten der noch offenen Verstappen-Frage.
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