Racing Bulls hat Berichte über ein bereits feststehendes Formel-1-Cockpit für Nikola Tsolov im Jahr 2027 klar zurückgewiesen, auch wenn der Red-Bull-Junior mit seinen Formel-2-Ergebnissen und einem geplanten TPC-Test immer stärker in den Fokus rückt.
Teamchef Alan Permane machte vor dem Österreich-Grand-Prix deutlich, dass es intern keinerlei Entscheidung gebe. Tsolov mache in der Formel 2 zwar "einen tollen Job", doch "intern haben wir diese Angelegenheit überhaupt nicht diskutiert". Es sei in Runde acht der Saison "viel zu früh", sagte Permane, der auch betonte, das Gerücht sei "zumindest nichts, was von uns gekommen ist".
Auch Racing-Bulls-CEO Peter Bayer widersprach der Darstellung, Tsolovs Beförderung sei bereits beschlossen. "Das sind nur Gerüchte. Er macht einen tollen Job und ist ein ganz großes Talent, das wir natürlich auf dem Radar haben. Aber wir haben gerade einmal sieben Rennen gefahren und Liam und Arvid machen einen genauso tollen Job. Das ist also gerade überhaupt kein Thema."
Ganz vom Tisch ist Tsolovs Weg in Richtung Formel 1 damit aber nicht. Bayer sagte, das Team plane für den Herbst einen TPC-Test, damit der 19-Jährige die Voraussetzungen für eine FP1-Lizenz erfüllen kann. "Wir überlegen uns gerade, dass wir mit ihm einen TPC-Test absolvieren wollen, weil er ja für das Fahren im Freien Freitagstraining eine Lizenz braucht. Da fehlen ihm noch ein paar Kilometer unterm Gürtel. Und das planen wir jetzt für den Herbst."
Dass die Spekulationen überhaupt Fahrt aufgenommen haben, liegt an Tsolovs Form in der Formel 2. Nach vier Siegen lag er laut den vorliegenden Angaben als Zweiter der Gesamtwertung nur zwei Punkte hinter Spitzenreiter Gabriele Mini. Permane verwies auch auf Tsolovs Saisonsiege in Melbourne und Monaco und sagte nach einem weiteren Erfolg in Österreich: "Er wird sehr bald an die Tür klopfen."
Trotzdem ist die Botschaft von Racing Bulls klar: Ein Stammcockpit ist nicht vergeben, und die aktuelle Fahrerpaarung steht nicht zur Disposition. Permane stellte sich ausdrücklich hinter Liam Lawson. Er sagte, Lawson habe in diesem Jahr "genau alles das gemacht, was wir von ihm verlangt haben". Er sei fokussiert, schnell, nutze seine Chancen, mache keine Fehler und liefere "einen fantastischen Job" ab.
Damit bleibt Tsolov für Racing Bulls ein Nachwuchsfahrer mit echter Perspektive, aber ohne Zusage für 2027. Im Moment spricht das Team über Entwicklung und Vorbereitung, nicht über eine fest vergebene Rennsitz-Entscheidung.
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