© Jonathan Borba

Südafrika treibt F1-Rückkehr mit Ramaphosa voran

Südafrika erhöht den Druck in seiner Bewerbung um die Rückkehr der Formel 1 nach Afrika: Präsident Cyril Ramaphosa soll noch in dieser Saison einen Grand Prix als Arbeitsbesuch besuchen, während der Kyalami Circuit parallel für eine mögliche Rückkehr auf Grade-1-Niveau gebracht wird.

Nach 31 Jahren seit dem letzten Formel-1-Rennen auf dem Kontinent in Kyalami 1993 schiebt Pretoria das Projekt damit auf höchster politischer Ebene an. Gayton McKenzie, Südafrikas Sportminister, sagte gegenüber African Business, Ramaphosas Reise werde „ein Arbeitsbesuch, kein gesellschaftlicher Termin“ sein. Der Besuch des Präsidenten werde es ermöglichen, „zu beobachten, Gespräche zu führen und unseren Fall zu stärken“, sagte McKenzie.

Im Zentrum der Bewerbung steht Kyalami nördlich von Johannesburg. Die 4,52 Kilometer lange Strecke hat bereits grünes Licht für einen Modernisierungsplan der FIA erhalten. Wird das Projekt innerhalb eines Drei-Jahres-Fensters abgeschlossen, kann Kyalami den Grade-1-Status erreichen, der für die Austragung eines Formel-1-Rennens nötig ist. Das von Apex Circuit Design geführte Projekt soll die Sicherheits- und Infrastrukturstandards anheben, ohne das Layout und die „DNA“ der Strecke aufzugeben.

McKenzie machte deutlich, dass Südafrika seine Bewerbung nicht nur symbolisch auflädt, sondern die formalen Anforderungen gezielt abarbeitet. Es gebe kommerzielle, logistische, infrastrukturelle und sicherheitsrelevante Kriterien, die jedes Land erfüllen müsse, um einen Grand Prix auszurichten, sagte er. Daran arbeite man „methodisch“.

Das ist auch nötig, weil der mögliche Afrika-Platz im Kalender umkämpft ist. Ruanda hat im Dezember 2024 offiziell seine Bewerbung mit einem geplanten permanenten Kurs nahe Kigali gestartet. Marokko arbeitet Berichten zufolge an einem Projekt bei Tanger. Formel-1-CEO Stefano Domenicali bestätigte im Mai zwar das Interesse der Serie an einer Rückkehr nach Afrika, dämpfte aber Erwartungen an eine schnelle Entscheidung. „Wir können nicht an einen neuen Ort gehen, ohne langfristig zu bleiben“, sagte Domenicali. Die Gespräche liefen mit „drei Orten in Afrika“, ein Ergebnis sei „kurzfristig realistisch nicht zu erwarten“.

Die Vorsicht der Formel 1 hat auch mit dem Kalender zu tun. Für 2027 und 2028 sind jeweils 24 Rennen angesetzt, und jeder neue Austragungsort muss seinen Platz in einem bereits stark gefüllten Programm finden. Damit geht es für Südafrika nicht nur darum, Afrika wieder auf die Karte zu bringen, sondern ein langfristig tragfähiges Angebot gegen Konkurrenz aus Afrika und darüber hinaus zu platzieren.

Rückenwind bekommt die Bewerbung seit Jahren von Lewis Hamilton. Der siebenmalige Weltmeister sagte vor dem Saisonauftakt in Australien, er kämpfe „seit sechs, vielleicht sieben Jahren im Hintergrund“ für einen Grand Prix in Afrika. Er wolle den Sport nicht verlassen, ohne dort gefahren zu sein. Für Südafrika passt diese Unterstützung zu einem Argument, das McKenzie ebenfalls in den Vordergrund stellt: „Eine ganze Generation junger afrikanischer Motorsportfans hat noch nie ein Formel-1-Rennen im eigenen Land gesehen.“ Genau das soll die Bewerbung um Kyalami nun ändern.