Guenther Steiner hat nach den erst rund zweieinhalb Stunden nach der Zielflagge gefällten Entscheidungen in Miami eine feste Zeitgrenze für nachträgliche Strafen gefordert und die Arbeitsweise der Formel-1-Stewards scharf kritisiert.
Der frühere Haas-Teamchef sagte im Podcast The Red Flags, ihn habe vor allem gestört, wie lange mehrere offene Untersuchungen nach Rennende noch liefen. „I was sitting in the airplane already going back home when I heard that there was still penalties going around“, sagte Steiner. Daraus leitete er seine Forderung direkt ab: „We need to decide it after the race, but I think there needs to be a time limit. If you don't know, guess what? Don't give a penalty.“
Hintergrund seiner Kritik war, dass nach dem Grand Prix noch Fälle um Max Verstappen, George Russell und Charles Leclerc geprüft wurden. Die Urteile kamen laut den vorliegenden Berichten erst ungefähr zweieinhalb Stunden nach Rennende. Am Ende blieb die Wirkung begrenzt: Verstappen erhielt eine Fünf-Sekunden-Strafe ohne Folgen für sein Endergebnis, Leclerc bekam eine in 20 Sekunden umgewandelte Durchfahrtsstrafe und fiel damit auf Rang acht zurück.
Steiner griff dabei nicht nur die Dauer der Verfahren an, sondern auch die Prioritäten der Kommissare während des Rennens. „What are they doing during the race? Because I think the stewards are not there to watch the race. They're there to take decisions on things which went wrong“, sagte er. Aus seiner Sicht sollten die Stewards Vorfälle unmittelbar analysieren, die Szene aufarbeiten, eine Entscheidung treffen und dann zum nächsten Fall übergehen, statt das Rennen einfach weiter zu verfolgen.
Als Beispiel für einen aus seiner Sicht unnötig langen Prüfprozess nannte Steiner den möglichen Verstoß Verstappens an der weißen Linie bei der Boxenausfahrt. „Crossing a white line, what you want to litigate? Either it is on or off“, sagte er. Die Bilder würden sich nicht verändern, ob die Entscheidung sofort, später oder erst Tage danach getroffen werde. Gerade bei solchen objektiven Fällen spricht Steiner damit eine Grundsatzfrage an: Wenn selbst einfache Situationen erst lange nach Rennende abgeschlossen werden, gerät die Glaubwürdigkeit und Schnelligkeit der sportlichen Entscheidungsfindung in der Formel 1 unter Druck.
© Adrian Hernandez