George Russell hat Mercedes mit einer Runde in 1:12,965 auf die Sprint-Pole in Kanada gestellt und damit einen Freitag der klaren Überlegenheit für das Team vollendet, während Max Verstappen für Red Bull nur auf Rang sieben kam.
Russell setzte sich im SQ3 auf dem Circuit Gilles Villeneuve mit 0,068 Sekunden Vorsprung gegen Teamkollege Kimi Antonelli durch, der 1:13,033 fuhr. Hinter dem Mercedes-Duo folgten die McLaren von Lando Norris in 1:13,280 und Oscar Piastri in 1:13,299. Damit bestätigte Mercedes den Eindruck aus dem einzigen Training des Sprint-Wochenendes, in dem Antonelli mit 1:13,402 die Bestzeit gesetzt hatte und Russell nur 0,142 Sekunden dahinter lag.
Für Verstappen zeichnete sich das Problem schon dort ab. Der Red-Bull-Pilot war im Training nur Fünfter gewesen, 0,964 Sekunden hinter Antonelli, und auch in der Sprint-Qualifikation kam er nie in Schlagdistanz zur Spitze. Besonders in SQ2 wurde es eng: Verstappen geriet in Gefahr, vorzeitig auszuscheiden, rettete sich aber ins letzte Segment. Dort reichte es mit 1:13,504 nur zu Startplatz sieben, 0,539 Sekunden hinter Russell. Teamkollege Isack Hadjar stellte den zweiten Red Bull mit 1:13,605 auf Rang acht.
Über Funk brachte Verstappen die Lage auf den Punkt: „Es kommt einfach nicht alles gut zusammen.“ Die Aussage passte zu einem Freitag, an dem Red Bull weder auf eine Runde noch im direkten Vergleich mit Mercedes eine Antwort fand.
Die Sprint-Qualifikation wurde zusätzlich durch einen Unfall von Fernando Alonso in SQ1 unterbrochen. Der Aston-Martin-Pilot rutschte in Kurve 3 in die Mauer, woraufhin bei noch 1:46 Minuten auf der Uhr die rote Flagge geschwenkt wurde. Nach dem Neustart entstand ein hektischer Schlussabschnitt. Alex Albon und Liam Lawson konnten gar nicht teilnehmen, nachdem ihre Autos nach den Zwischenfällen aus dem ersten Training nicht rechtzeitig einsatzbereit waren.
Albon hatte im einzigen Training nach einer Kollision mit einem Murmeltier schwer beschädigt abstellen müssen, Lawson war schon früh mit technischen Problemen ausgefallen. Diese chaotische Session war insgesamt dreimal mit Rot unterbrochen worden, trotzdem setzte Mercedes auch dort das Tempo und bereitete damit den Boden für den Doppelschlag in der Sprint-Qualifikation.
Für den weiteren Verlauf des Wochenendes ist das die zentrale Aussage dieses Freitags: Das große Mercedes-Upgrade scheint in Montreal sofort zu funktionieren. Nach dem Doppelerfolg im Training steht Russell nun auf Sprint-Pole und Antonelli daneben in der ersten Reihe, während Red Bull mit Verstappen nur aus der vierten Startreihe in den Sprint geht.
© Jonathan Borba