Kimi Räikkönen stand vor seinem Formel-1-Comeback 2012 offenbar kurz davor, bei Force India zu unterschreiben, entschied sich am Ende aber für Lotus, weil das Team sportlich die überzeugendere Perspektive bot.
Das hat Otmar Szafnauer im Podcast High Performance Racing geschildert. Nach seinen Worten war Force India „sehr nah dran“, den Weltmeister von 2007 zu verpflichten, bevor Räikkönen nach zwei Jahren außerhalb der Formel 1 und nach seinem Ferrari-Abgang Ende 2009 zur Saison 2012 mit Lotus zurückkehrte.
Der Vorstoß spielte sich laut Szafnauer am Wochenende des Saisonfinales in São Paulo ab. Er traf Räikkönen im Hyatt in Morumbi in einem japanischen Restaurant, um ihn von einem Wechsel zu Force India zu überzeugen. „Vor Kimi zu Lotus ging, waren wir sehr nah dran, ihn zu verpflichten“, sagte Szafnauer. „Es war das letzte Rennen in Brasilien. Wir trafen Kimi in einem japanischen Restaurant im Hyatt in Morumbi. Seine zwei Freunde waren auch da. Wir versuchten, ihn zu überzeugen, zu Force India zu kommen.“
Auffällig war für Szafnauer nicht nur der geheime Rahmen des Treffens, sondern auch, wie die Gespräche geführt wurden. Einen klassischen Manager habe es nicht gegeben. „Da war kein Manager, es waren nur die Freunde und Kimi“, sagte er. Szafnauer sagte zudem, er glaube, dass es sich bei den beiden Begleitern um die Gründer von Angry Birds gehandelt habe.
Ganz beendet waren die Gespräche nach dem Restauranttermin noch nicht. Räikkönen habe ihm zunächst signalisiert, nach Saisonende weiterreden zu wollen. Später sei es dann bei der großen Red-Bull-Abschlussparty weitergegangen. „Okay, nach dem Saisonende, komm und sprich mit mir“, habe Räikkönen gesagt. Danach habe er hinzugefügt: „Gut, lass uns auf der Red-Bull-Party reden.“ Szafnauer erinnerte sich, dass die Veranstaltung so voll gewesen sei, dass er zunächst glaubte, seine Gruppe würde gar nicht hineinkommen. Räikkönen habe dann aber gewartet, bis alle hineingelassen worden seien, bevor er selbst weiterging.
Zum Abschluss kam es trotzdem nicht. Szafnauer machte deutlich, dass Force India sportlich nicht mit dem Angebot von Lotus mithalten konnte. „Am Ende konnte ich ihn nicht überzeugen, zu Force India zu kommen“, sagte er. „Man muss Fahrer auch davon überzeugen, dass die Zukunft besser aussieht als bei den anderen Angeboten. Und fairerweise muss man sagen: Lotus hatte damals mehr Rennen gewonnen als wir. Sie waren besser.“
Rückblickend sprach auch das Ergebnis auf der Strecke für Räikkönens Entscheidung. In zwei Jahren für Lotus holte der Finne 390 Punkte, stand 13 Mal auf dem Podium und gewann den Grand Prix von Abu Dhabi 2012 sowie den Grand Prix von Australien 2013. Damit erwies sich Lotus für sein Comeback als das stärkere Gesamtpaket.
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