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Red Bull soll Haas und Alpine bald wieder überholen

Red Bull ist nach drei Grands Prix nur Sechster der Konstrukteurswertung, doch für Jolyon Palmer ist die derzeitige Reihenfolge gegen Haas und Alpine kein Dauerzustand. Der frühere Formel-1-Fahrer sagte im F1-Nation-Podcast, dass das Team aus Milton Keynes seinen schwachen Saisonstart wegen seiner Ressourcen, seiner Erfahrung und anstehender Updates letztlich korrigieren werde.

Nach drei Rennwochenenden steht Red Bull bei 16 Punkten, punktgleich mit Alpine und zwei Zähler hinter Haas. Das ist die Folge eines unruhigen Starts mit technischen Problemen und operativen Fehlern. Max Verstappen musste in Australien vom Ende des Feldes starten, in China kostete ein Ausfall weitere wichtige Punkte. Isack Hadjar hatte ebenfalls eine Reihe von Rückschlägen: ein Ausfall in Australien, ein Fehler in China und Probleme beim Energiemanagement in Japan.

Gerade deshalb misst Palmer der ungeplanten einmonatigen Pause nach den abgesagten Grands Prix von Bahrain und Saudi-Arabien große Bedeutung bei. „With the resource that Red Bull have got, you don't want to give them a month to pore through data, work on the car, bring new parts“, sagte Palmer im Podcast. Trotz des schwierigen Saisonbeginns habe Red Bull „a huge amount of resource“, und genau das werde sich aus seiner Sicht im direkten Duell mit Haas und Alpine durchsetzen, sobald das Paket funktioniere.

Palmer sieht die bisherigen Ergebnisse nicht als echtes Bild des Potenzials. Red Bull habe „actually not had a smooth weekend yet“ und müsse „clearly still need to find some performance“. Besonders in Melbourne sei das sichtbar gewesen. Für China und Japan gelte ebenfalls, dass mehr im Auto stecke als die Resultate gezeigt hätten. „I think there is a lot more in it than what they have shown in China and Japan“, sagte er. Das Hauptproblem sei, den „sweet spot of the car“ zu finden. Zwar brachte Red Bull in Japan bereits neue Teile, die aber „didn’t really seem to bear fruit“.

James Hinchcliffe, der gemeinsam mit Palmer im F1-Nation-Podcast sprach, verwies zugleich darauf, dass Haas Red Bulls Schwächephase bislang am besten genutzt hat. Das Team punktete an jedem der ersten drei Rennwochenenden und hinterließ mit Oliver Bearman und Esteban Ocon einen starken Eindruck. Hinchcliffe nannte Haas „impressive in maximising their opportunities“ und betonte, wie bemerkenswert es sei, dass ein deutlich kleineres Team Red Bull über mehrere Rennen überhaupt in Schach halten konnte.

Trotzdem erwartet auch er keine dauerhaft verschobene Kräfteverteilung. Angesichts der Größe und Entwicklungsstärke Red Bulls wäre es für Hinchcliffe überraschend, wenn diese Lage Bestand hätte. Genau darin liegt für Red Bull nun die Chance: Die zusätzliche Zeit bis zum nächsten Rennen gibt dem Team die Möglichkeit, Daten auszuwerten, die Balanceprobleme besser zu verstehen und neue Teile vorzubereiten.

Palmer sieht vor allem Miami als wichtigen Prüfstein. Red Bull brauche vor allem „a smooth weekend“, dann werde Verstappen „again be a real threat“. Auch Hadjar habe seiner Ansicht nach bislang „really done well“, sei nah an Verstappen dran gewesen und könne weiter solide Punkte holen. Im Kampf gegen Haas und Alpine geht Palmer deshalb von einer baldigen Wende aus. „I can hardly imagine that they can really put Red Bull under pressure“, sagte er über die beiden direkten Rivalen im Mittelfeld.