McLaren-Teamchef Andrea Stella sagte nach dem Miami-GP, dass ihn an Red Bulls Update-Paket vor allem das neue Sidepod-Konzept des RB22 überrascht habe, weil es sich deutlich von den Lösungen bei Mercedes, Ferrari und McLaren unterscheide und damit zeige, dass die Formel 1 aerodynamisch noch weit von einer Konvergenz entfernt ist.
Stella beschrieb Red Bulls Arbeit in den Mediengesprächen nach dem Rennen als „sehr interessant“. Wenn man sich das neue Sidepod-Konzept von Red Bull anschaue, unterscheide es sich „ziemlich stark“ von dem Ansatz, den etwa Mercedes und Ferrari gewählt hätten. Auch der Stil von McLaren sei „wieder ganz anders“.
Für Stella ist genau das der entscheidende Punkt. Er erwartet zwar, dass es irgendwann zu einer Stabilisierung und damit zu einer Annäherung der Konzepte kommen wird. Im Moment sei die Formel 1 davon aber noch weit entfernt. Aus seiner Sicht befinde sich das Feld weiter in einer Phase, in der die Teams einander beobachten, verschiedene Lösungen ausprobieren und die Ansätze der Konkurrenz genau analysieren.
Damit rückt ausgerechnet nicht der auffällige „Macarena“-Heckflügel in den Mittelpunkt, obwohl auch dieses Bauteil im Fahrerlager in Miami viel Aufmerksamkeit bekam. Red Bull setzte die Konfiguration in Florida erstmals ein, und an den Autos von Max Verstappen und Isack Hadjar war sie nahe dem Hard Rock Stadium zu sehen. Stella machte jedoch klar, dass sein Blick stärker auf die Seitenkästen fiel als auf den Heckflügel.
Red Bull war in Miami nicht nur mit den neuen Sidepods und dem Heckflügel angerückt. Zum Paket gehörten auch Änderungen am Frontflügel, an den Ein- und Auslasskanälen im Bereich der Räder, am Unterboden und an der Motorabdeckung. Gerade weil das Update so umfassend ausfiel, ist für die Konkurrenz entscheidend, welche dieser Komponenten den größten aerodynamischen Gewinn bringt.
Stella geht davon aus, dass die anderen Teams Red Bulls Sidepod-Lösung nun im Detail untersuchen werden, um ihre Vorteile zu verstehen und sie womöglich später selbst zu übernehmen. Für das Feld ist das ein Hinweis darauf, dass Red Bull in Miami nicht nur Teile gebracht hat, sondern einen neuen technischen Referenzpunkt gesetzt haben könnte.
© Jonathan Borba