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Red Bull setzt in Miami auf RB22-Großumbau

Vor dem Grand Prix von Miami will Red Bull mit einem stark überarbeiteten RB22 die Wende nach einem schwachen Start in die Formel-1-Saison 2026 erzwingen.

Drei Rennen in die Saison steckt das Team ungewöhnlich tief im Feld fest. Max Verstappen steht bei nur 12 Punkten und liegt auf Rang neun der Fahrerwertung, Isack Hadjar hat vier Zähler auf dem Konto und ist Zwölfter. In der Konstrukteurs-WM ist Red Bull sogar nur Sechster und liegt damit hinter Haas und Alpine.

Gerade deshalb kommt Miami für das Team aus Milton Keynes zu einem entscheidenden Zeitpunkt. Die Absagen der Grands Prix von Bahrain und Saudi-Arabien wegen Unruhen im Nahen Osten haben eine unerwartete fünfwöchige Pause im April geschaffen. Diese zusätzliche Zeit nutzte Red Bull, um ein umfangreiches Update-Paket für den RB22 vorzubereiten, auch wenn die Konkurrenz in den USA ebenfalls größere Neuerungen bringen soll.

Im Zentrum der Überarbeitung steht laut RacingNews365 das Gewicht des Autos. Der RB22 soll derzeit neun bis zehn Kilogramm über dem Mindestgewicht liegen. Für Miami werden daher offenbar Komponenten erwartet, die äußerlich kaum verändert wirken, aber leichter sind. Das könnte nicht nur reine Rundenzeit bringen. Ein geringeres Fahrzeuggewicht soll auch das Energiemanagement verbessern, weil Rekuperation und Einsatz der Energie effizienter werden.

Wie groß dieser Faktor sein kann, zeigt ein früherer Bericht von F1-Insider, wonach zehn Kilogramm Übergewicht in Melbourne fast drei Zehntelsekunden pro Runde gekostet haben sollen. Größere Eingriffe am Auto gelten in diesem Zeitfenster als schwer umsetzbar, deshalb richtet sich der Fokus vor allem auf Detailarbeit.

Neben der Gewichtsreduktion gilt die aerodynamische Instabilität als zentrales Problem des RB22. Das Auto braucht eine ruhigere Plattform, eine bessere Verteilung des Abtriebs und konstantere Set-ups. In den ersten Rennen fiel der Wagen dem Bericht zufolge durch nervöses Verhalten in Kurven und plötzliche Balancewechsel auf, was das Vertrauen von Verstappen und Hadjar beeinträchtigte.

Wenn Red Bull in Miami die richtigen Lösungen findet, könnte der Effekt deshalb über einzelne Teile hinausgehen. In einem Formel-1-Auto hängt alles zusammen, und ein besseres Gleichgewicht könnte mehrere der zuletzt sichtbaren Schwächen gleichzeitig entschärfen und beiden Fahrern mehr Vertrauen geben, um das Potenzial des RB22 auszuschöpfen.

Hinweise auf mögliche neue Teile gab es offenbar bereits bei einem Filmtag des Teams. Auf entsprechenden Aufnahmen sollen veränderte Winglets, ein angepasstes Sidepod-Profil und Red Bulls eigene Interpretation des sogenannten Macarena-Heckflügels zu sehen gewesen sein. Dieses Konzept wird in dem Bericht als eine Lösung beschrieben, die auf den Geraden begrenzten Auftrieb erzeugt.

Ob Red Bull damit tatsächlich den erhofften großen Schritt macht, bleibt offen. Miami wird vor allem zeigen, ob das Team seinen Fehlstart stoppen kann, bevor Mercedes, Ferrari und McLaren endgültig außer Reichweite geraten und selbst der Kampf gegen Haas und Alpine zum größeren Problem wird.