© Jake Archibald from London, England

Red Bull nimmt Verstappen den Macarena-Flügel ab

Red Bull setzt beim Grand Prix von Belgien wieder auf einen älteren, konventionellen Heckflügel, nachdem das Team Max Verstappens Abflüge im Österreich-Qualifying und im Silverstone-Rennen auf Probleme mit dem Schließmechanismus der neueren „Macarena“-Version zurückführt.

Der Wechsel ist gerade in Spa-Francorchamps bemerkenswert, weil der Straight-Mode dort laut Bericht in fünf Zonen genutzt werden darf. Genau für solche Abschnitte war das seit Miami eingesetzte Konzept gedacht: Der rotierende Heckflügel erzeugt eine größere Öffnung, senkt den Luftwiderstand und soll Topspeed und Effizienz verbessern. In den beiden Zwischenfällen von Verstappen schloss der Flügel am Ende der Straight-Mode-Phase aber offenbar nicht wie vorgesehen, wodurch beim Einlenken mit hohem Tempo schlagartig Abtrieb verloren ging.

Red Bull geht deshalb an diesem Wochenende bei beiden Autos auf die ältere Spezifikation zurück. Neben Verstappen fährt auch Isack Hadjar wieder mit dem bewährten Heckflügel.

Verstappen machte vor dem Belgien-Wochenende klar, dass die Rückkehr zur alten Version aus seiner Sicht alternativlos war. „Ich denke, es war für jeden klar, dass das für dieses Wochenende die vernünftigste Entscheidung ist“, sagte der Red-Bull-Pilot. Nun müsse das Team „herausfinden, wie wir die Lösung für die Probleme finden“, damit „der andere Heckflügel hoffentlich schnell wieder drauf ist“.

Die Enttäuschung nach Silverstone habe er nach eigenen Angaben schnell abgehakt, auch wenn ihn der erneute Vorfall unmittelbar nach dem Aussteigen getroffen habe. „Am Mittwoch saß ich schon wieder im Simulator“, sagte Verstappen. Direkt nach so einem Ausfall sei man „erst einmal bedient“, gerade weil es „zum zweiten Mal“ passiert sei. Zugleich betonte er, dass das Team „alles daransetzt“, die Ursache zu lösen.

Dass der ältere Flügel auf einer Strecke mit langen Vollgaspassagen etwas Performance kosten könnte, nimmt Verstappen in Kauf. „Vielleicht sind wir ein bisschen langsamer, aber die Welt wird davon nicht auf den Kopf gestellt“, sagte er. Damit setzt Red Bull in Spa zunächst auf Stabilität und Sicherheit, statt mit der aggressiveren Lösung das letzte bisschen Tempo zu suchen.