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Red Bull kämpft um Verstappen mit Updates

Red Bull versucht die wachsenden Spekulationen um Max Verstappens Zukunft einzudämmen, macht aber zugleich klar, dass der Weltmeister nur mit einem wieder konkurrenzfähigen Auto langfristig zu halten sein wird. Teamchef Laurent Mekies betonte, Verstappen sei trotz des schwierigen Saisonstarts voll eingebunden und „total committed“, während das Team schon ab Miami mit Upgrades reagieren will.

Im Zentrum der jüngsten Unruhe steht auch Gianpiero Lambiase. Mekies wies Berichte zurück, wonach Verstappens Renningenieur praktisch schon weg sei, und sagte, es gebe „keinerlei Anzeichen“, dass Lambiase Red Bull bereits verlassen habe. Zugleich bestätigte er, dass „GP“ eine „außergewöhnliche Gelegenheit“ erhalten habe und sich entschieden habe, diese wahrzunehmen. Nach Darstellung des Teamchefs ist Lambiase aber noch über einen langfristigen Vertrag für weitere zwei Jahre an Red Bull gebunden.

Mekies bestritt auch ausdrücklich, dass Verstappen bei solchen Personalfragen außen vor sei. Der Franzose sagte als Red-Bull-Teamchef, man spreche „fast jeden Tag“ mit Verstappen, und der Niederländer sei über die Gespräche mit Lambiase „perfekt im Bilde“ gewesen, weil man „völlig transparent“ arbeite. Verstappen bewerte das Projekt nicht von außen, sagte Mekies, sondern stecke „mitten drin“.

Entscheidend ist für Red Bull ohnehin nicht nur die Personalie Lambiase, sondern die Form des Autos. Nach dem misslungenen Start räumte Mekies ein, dass sich das Team „keinen Fehler mehr leisten“ dürfe. Red Bull müsse Verstappen nun schnell einen Wagen geben, mit dem er wieder angreifen könne. Man habe es ihm in den ersten drei Rennen nicht leicht gemacht, sagte Mekies, jetzt brauche er einen Einsitzer, mit dem er dauerhaft pushen könne.

Dabei stellte Mekies Verstappens Haltung nicht als Distanzierung dar, sondern als Druck nach innen. „Der Max, den wir sehen, ist total committed“, sagte er. Er wolle ein schnelles Auto und helfe dem Team dabei, es schneller zu machen. Gerade weil Verstappen so viel Energie in dieses Ziel stecke, wächst aber auch die Bedeutung der nächsten Entwicklungsschritte.

Im Fahrerlager bleibt die Skepsis trotzdem groß. Ralf Schumacher, Ex-Formel-1-Fahrer, sagte im Podcast Backstage Boxengasse, er sehe im Grunde zwei Möglichkeiten: „Entweder will Max Verstappen aufhören, wovon ich nicht ausgehe, oder es wird alles dafür vorbereitet, dass er zu einem Team geht, bei dem er eine bessere Zukunft hat.“ Für Schumacher spricht vor allem der Zeitfaktor gegen einen Verbleib. Red Bull brauche seiner Ansicht nach „mindestens zwei bis drei Jahre, bis alles funktioniert“, und Verstappen sei „sehr ungeduldig“.

Schumacher hält McLaren deshalb für eine naheliegende Option, falls Verstappen tatsächlich auf den Markt kommen sollte. Das Team sei stark aufgestellt, und wenn ein Fahrer wie Verstappen verfügbar werde, „dann muss man das auch tun“, sagte er.

Martin Brundle, Ex-Formel-1-Fahrer und Sky-Sports-Experte, sieht den Druck auf Red Bull ebenfalls, hält einen schnellen Absprung aber nicht für selbstverständlich. Bei Sky Sports sagte er, Verstappen habe deutlich gemacht, dass er sehen wolle, wie sich das Auto entwickelt und welche Updates kommen. Gleichzeitig sei es „nicht sicher, dass es so einfach ist“, einfach zu wechseln, weil Mercedes, McLaren und Ferrari mit George Russell und Andrea Kimi Antonelli, Lando Norris und Oscar Piastri sowie Charles Leclerc und Lewis Hamilton bereits stark besetzt seien.

Damit bleibt Red Bulls Botschaft nach außen zwar eindeutig: Verstappen ist noch an Bord, informiert und engagiert. Ob das reicht, wird aber weniger an Durchhalteparolen entschieden als an der Frage, ob die angekündigten Upgrades ihm schon in den nächsten Rennen wieder ein Auto für die Spitze geben.