Racing Bulls hat ein technisches Problem in letzter Minute an Liam Lawsons Auto in ein Topresultat verwandelt und beim Grand Prix von Monaco 2026 mit Platz fünf für Lawson und Platz sechs für Arvid Lindblad 18 Punkte geholt.
Der stärkste Monaco-Auftritt des Teams seit Jahren stand kurz vor dem Start noch auf der Kippe. Lawson sagte, sein Auto sei erst fertig geworden, als die Boxengasse für die Runden in die Startaufstellung öffnete. Als er zuvor in die Garage kam, glaubte er zunächst, gar nicht starten zu können. „Ich ging zur Garage rüber, sah das Auto in einer Million Teile und dachte, dass ich heute nicht fahren würde“, sagte Liam Lawson nach dem Rennen gegenüber Medien, darunter RacingNews365. Er sprach von einer „großen Wende“ und bedankte sich bei den Mechanikern dafür, das Auto rechtzeitig wieder einsatzbereit gemacht zu haben.
Dass Racing Bulls daraus noch ein Doppelergebnis in den Top Sechs machte, lag auch an einem sauber ausgeführten Rennen. Lawson kontrollierte nach eigener Aussage den Williams hinter sich, verlängerte seinen Stint, um vor dem Boxenstopp ein Polster aufzubauen, und profitierte dann davon, dass die späte rote Flagge beide Autos des Teams in eine starke Position für den Restart brachte. Dass beide Fahrer diese Reihenfolge bis ins Ziel hielten, nannte er „ziemlich cool“.
Lindblad machte den zweiten Teil des Ergebnisses möglich. Der Rookie war nur von Platz 15 gestartet, blieb draußen, als andere an die Box kamen, und bekam unter der späten roten Flagge einen kostenlosen Reifenwechsel. „Offensichtlich hatten wir mit dem Zeitpunkt der roten Flagge sehr viel Glück“, sagte Arvid Lindblad gegenüber Crash.net. Gleichzeitig betonte er, dass es unabhängig davon „ein sehr gut ausgeführtes Rennen“ von ihm und dem Team gewesen sei.
Lindblad erklärte, das erste Safety Car habe zunächst wie eine gute Gelegenheit zum Stopp ausgesehen, doch das Team blieb draußen, um sich ein klareres Bild zu verschaffen. Als daraus eine rote Flagge wurde, habe Racing Bulls das „wirklich ausgenutzt“. Gerade in Monaco sei die Herausforderung gewesen, über mehr als anderthalb Stunden auf abgebauten Reifen komplett konzentriert zu bleiben und keine Fehler zu machen.
Für Lawson war das Ergebnis auch ein weiterer Beleg dafür, wie Racing Bulls bisher durch die Saison kommt. Er sprach von einem guten Start ins Jahr und davon, dass das Team in Wochenenden mit Problemen oder Ausfällen anderer oft einfach „überlebt“ und genau daraus Punkte macht. Umso bemerkenswerter war für ihn, in Monaco ein Auto praktisch zwei Minuten vor dem grünen Licht fertigzustellen, dann ohne weitere Probleme durchzufahren und trotzdem konkurrenzfähig zu sein.
Mit den 18 Punkten erzielte Racing Bulls sein bestes Teamresultat seit Abu Dhabi 2021. Laut den vorliegenden Berichten liegt das Team damit nun auf Platz sechs der Konstrukteurswertung, während Lawson als WM-Neunter aktuell der „Best of the Rest“ hinter den Topteams ist.
© Jonathan Borba