Rachel Brookes sagt, sie habe nach ihrer Frage an Max Verstappen zum umstrittenen Russell-Zwischenfall in Barcelona 2025 "die schrecklichsten Dinge, die man sich vorstellen kann" abbekommen. Die Sky-F1-Moderatorin berichtete im Podcast Road To Success, der Online-Missbrauch sei nach dem Interview so heftig geworden, dass sie ihre Kommentarfunktion schloss.
Brookes sagte, die Reaktionen seien schnell persönlich geworden. Unter den Nachrichten seien auch Kommentare gewesen, sie solle "niemals Kinder haben dürfen, weil ich ein schlechtes Vorbild bin". Das Ganze sei "absolut schrecklich" gewesen. Nach dem Spanien-Grand-Prix habe sie wegen "enormer Mengen widerlicher Beschimpfungen" auch ihre Instagram-Kommentare deaktiviert, die sie inzwischen wieder eingeschaltet hat.
Auslöser war ihre Frage an Verstappen nach dessen Kollision mit George Russell, für die der Red-Bull-Fahrer in Barcelona eine Zehn-Sekunden-Strafe erhielt. Brookes erklärte, sie habe die Frage gestellt, weil Nico Rosberg während der Sky-Übertragung an jenem Wochenende angedeutet habe, der Kontakt sehe absichtlich aus. Rosbergs Einschätzung habe für sie Gewicht gehabt, weil er als Formel-1-Fahrer und Weltmeister aus eigener Erfahrung spreche.
Brookes schilderte den Wortwechsel im Media Pen so: "Ich sagte zu Max: 'War es absichtlich?'" Verstappen habe geantwortet: "Spielt das eine Rolle?" Darauf habe sie gesagt: "Ich finde schon." Als er das wiederholt habe, habe sie ergänzt: "Ja, ich finde, das spielt für die Fans vor dem Fernseher und für die Kinder eine Rolle."
Sie betonte, sie habe Verstappen nicht belehren wollen. Brookes sagte, sie habe die Situation "aus einer neugierigen Haltung" und "aus Sicht eines Fans" angesprochen. Kurz zuvor habe Verstappen in Imola noch mit einem "unglaublichen" Manöver am Start die Kommentatoren und Experten staunen lassen. Gerade deshalb habe sie das Gefühl gehabt, der Zwischenfall mit Russell habe "ein wenig den Glanz genommen".
Auffällig war für Brookes der Gegensatz zwischen der Reaktion innerhalb der Branche und jener in den sozialen Medien. Aus dem Sportfernsehen habe sie Nachrichten bekommen mit dem Tenor: "Gut gemacht, dass du die Frage gestellt hast." Zugleich sagte sie, "niemand sonst in diesem Pen hat ihm an dem Tag diese Frage gestellt". Selbst Kollegen hätten eingeräumt, sie hätten sich nicht getraut, weil sie "zu viel Angst gehabt hätten", das Thema bei Verstappen anzusprechen.
Brookes selbst wollte das nicht als besondere Courage verstanden wissen. Sie habe sich "nicht besonders mutig" gefühlt, sondern nur die Frage gestellt, die sich aus der Debatte in der Sky-Berichterstattung ergeben habe. Dass darauf eine Welle von Hass folgte, traf sie umso härter. Für sie blieb die Einordnung klar: "Es ist ein Formel-1-Rennen. Es ist Sport."
© Jonathan Borba