© Spencer

Pirelli sieht Ungarn-GP als Strategieoffen an

Anzeige

Pirelli erwartet beim Großen Preis von Ungarn ein strategisch offenes Rennen, weil Ein-Stopp- und Zwei-Stopp-Strategie nach den aktuellen Simulationen praktisch auf dieselbe Gesamtfahrzeit hinauslaufen.

Der entscheidende Punkt ist die höher als erwartete Reifenabnutzung. Dario Marrafuschi, bei Pirelli für die Medienaussagen zum Ungarn-GP zuständig, sagte: „Unsere Simulationen zeigen keinen Unterschied in der Gesamtfahrzeit zwischen einer Ein-Stopp- und einer Zwei-Stopp-Strategie für den Großen Preis von Ungarn.“ Die stärkere Degeneration habe „die beiden strategischen Optionen effektiv auf eine Linie gebracht“.

Als wahrscheinlichste Startmischung sieht Pirelli weiter den Medium C4. Für einen Einstopper läge das Boxenstoppfenster für den Wechsel auf den Hard zwischen Runde 26 und 32. Bei einem Zweistopper würde der erste Halt deutlich früher erwartet, zwischen Runde 16 und 22, gefolgt von einem zweiten Stopp zwischen Runde 40 und 46. Damit bleibt den Teams Spielraum, das Rennen je nach Reifenbestand und Rennverlauf unterschiedlich aufzuziehen.

Gerade das macht die Lage auf dem Hungaroring interessant. Marrafuschi betonte, dass Verkehr und die traditionell schwierigen Überholmöglichkeiten Schlüsselfaktoren bleiben. Obwohl der Zweistopper rechnerisch konkurrenzfähig ist, könnte genau das mehrere Teams in Richtung Ein-Stopp drücken, um die Streckenposition nicht zu verlieren.

Ganz ausgeschlossen ist auch der Soft nicht. Für eine aggressive Zwei-Stopp-Variante wäre nach einem Start auf der weichen Mischung ein erster Halt zwischen Runde 13 und 19 möglich. Gleichzeitig schränkt Pirelli diese Option klar ein: Die Kombinationen Soft-Hard-Medium und Medium-Hard-Soft sind laut Marrafuschi rund zehn Sekunden langsamer als die beiden Hauptstrategien.

Hinzu kommt, dass einige Teams bis zu diesem Punkt zusätzliche Medium-Sätze aufgespart haben. Marrafuschi sagte deshalb auch, es würde ihn nicht überraschen, wenn es „unterschiedliche Strategien sogar zwischen Fahrern desselben Teams“ geben sollte. Auf einer Strecke, auf der Track Position und Reifenfenster ständig gegeneinander abgewogen werden müssen, könnte sich das Rennen in Budapest damit weniger an einer Standardlösung entscheiden als an der Frage, wer im richtigen Moment die passendere Variante wählt.

Anzeige