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Ferrari testet Mercedes-Trick für das Qualifying

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Ferrari hat im Training zum Großen Preis von Ungarn den von Mercedes bekannten „Lift-off“-Trick getestet, mit dem sich die volle elektrische Leistung von 350 kW fast bis zur Ziellinie halten lässt, entschied sich auf dem Hungaroring aber gegen den Einsatz im Qualifying, weil der mögliche Gewinn dort zu klein war.

Nach den am Freitag ausgewerteten Daten probierte Ferrari das Verfahren mit Charles Leclerc und Lewis Hamilton aus. In der Telemetrie war zu sehen, dass Leclerc kurz vor der Zeitlinie vom Gas ging und trotzdem mit hohem Tempo über die Linie rollte. Für das Qualifying am Samstag kehrte Ferrari dann zu einem konventionellen Vollgaslauf bis zur Linie zurück.

Der Trick zielt auf eine Besonderheit im FIA-Reglement zur Energienutzung. Normalerweise muss die Leistungsabgabe am Ende einer Qualifyingrunde stufenweise reduziert werden, wenn die Batterie fast leer ist, statt die maximalen 350 kW bis zum Schluss zu halten. Genau daraus entsteht der kleine Vorteil: Wer vor dem Erreichen von null Prozent kurz lupft, umgeht diese normale Ramp-down-Sequenz und kann die volle Leistung länger stehen lassen. Der Zeitgewinn wird auf rund 0,05 Sekunden geschätzt.

Mercedes war auf diese Lösung umgestiegen, nachdem seine frühere Methode zur Notabschaltung des MGU-K nach dem Großen Preis von Japan verboten worden war. Danach entwickelte das Team die aktuelle Variante weiter, bei der die Fahrer per Warnton im Ohr den exakten Zeitpunkt zum Lupfen bekommen. Das war nötig, weil das Verfahren zwar legal nutzbar ist, in der Ausführung aber heikel bleibt.

Genau dieses Risiko erklärt auch, warum Ferrari den Versuch in Ungarn nicht in den entscheidenden Teil des Wochenendes mitnahm. Wenn der Fahrer auch nur einen Moment zu spät lupft und die Batterie bereits leer ist, kann die Runde als Verstoß gegen die Ramp-down-Vorgaben gewertet werden. Im schlimmsten Fall droht die Disqualifikation.

Auf dem Hungaroring überwog für Ferrari daher der Nachteil. Die Strecke gilt als energiereich, zudem ist der Weg von der letzten Kurve bis zur Ziellinie lang genug, dass der zusätzliche Nutzen des Tricks begrenzt ist. Auch Mercedes selbst verzichtete in Ungarn auf den Einsatz der Methode.

Trotzdem zeigt Ferraris Test, wie ernst das Team selbst kleine Qualifying-Vorteile inzwischen nimmt. 0,05 Sekunden können im aktuellen Feld entscheidend sein. In Ungarn lag Hamilton vor seiner Strafversetzung um drei Startplätze wegen Behinderung von Oscar Piastri nur 0,012 Sekunden hinter der Pole-Zeit von Lando Norris. Gerade auf Strecken mit knapperer Energiebilanz und kürzerem Sprint aus der letzten Kurve zur Linie wie Silverstone, Spa oder Melbourne könnte das Verfahren für Ferrari damit noch relevant werden.

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