Ollie Bearman hat den Formel-1-Grand-Prix von Ungarn als „horrible, horrible weekend“ bezeichnet und Haas’ Absturz nach dem Q1-Aus, Platz 19 im Rennen und zwei Runden Rückstand klar auf massive Inkonsistenzen des Autos zurückgeführt. Nach dem Rennen sagte der Haas-Pilot, er habe sein Maximum herausgeholt, doch das Gefühl im Auto sei „nothing like what I had in Spa“ gewesen. Sein Urteil fiel deutlich aus: „So, yeah, it’s the car.“
Bearman schied am Hungaroring in Q1 aus, startete hinter Fernando Alonso und kam als Letzter der gewerteten Fahrer ins Ziel, zwei Runden hinter Rennsieger Lando Norris. Esteban Ocon blieb ebenfalls außerhalb der Punkte, nachdem er von Platz 15 gestartet war und als 16. ins Ziel kam. Für Haas war das ein weiterer Rückschlag in einer Phase, in der das Team seit fünf Rennen, also seit Monaco Anfang Juni, ohne Punkte ist.
Besonders alarmierend war für Bearman nicht nur das Resultat, sondern der abrupte Stimmungsumschwung im Vergleich zu Spa. Dort habe sich das Auto noch konkurrenzfähig angefühlt, nun aber sei „all that progress we made over the last two events, maybe, has been erased, and we're back to square one“. Er sprach davon, an diesem Wochenende kein einziges Mal Vertrauen ins Auto gefunden zu haben: „I lost all level of confidence in the car.“ Im Rennen seien die Probleme mit viel Rutschen und Reifenabbau noch deutlicher geworden.
Bearman machte dabei nicht den Fahrer, sondern die wechselhafte Fahrzeugbalance und Lastverteilung verantwortlich. Er sagte, Haas leide darunter, dass an einem Wochenende sein Auto und am nächsten womöglich das von Ocon plötzlich „10, 15 points of load“ verliere. Dadurch, so Bearman, bleibe dem Team teils nur die Hoffnung, „you’re going to be on the good side“ der schwankenden Performance, um ein ordentliches Wochenende zu haben. Wenn nicht, werde es „a really, really long one“. In Budapest, so seine Bilanz, sei es genau das gewesen.
Zusätzlichen Frust löste aus, dass Aston Martin Haas in Ungarn sichtbar näherkam. Das Team brachte ein größeres Upgrade-Paket an die Strecke, Alonso schaffte als erster Aston-Martin-Fahrer in dieser Saison den Sprung aus Q1 und startete vor Bearman. Dass Haas von einem direkten Rivalen im hinteren Mittelfeld auf dieser Strecke eingeholt wurde, sei „really painful“, sagte Bearman. Zugleich schränkte er ein, dass der Hungaroring mit seinen kurzen Geraden Aston Martin besonders entgegenkomme und das Bild deshalb nicht zwingend dauerhaft so bleiben müsse. Dennoch sei es eine klare Mahnung für Haas, „that we need to up our game“.
Zum chaotischen Wochenende kam im Rennen noch eine Fünf-Sekunden-Strafe wegen Missachtens blauer Flaggen im Duell mit Isack Hadjar. Bearman erklärte, die Signale hätten „weren’t working properly“, auf den Anzeigen seien keine Fahrernummern erschienen, und von Runde sechs bis Runde 70 habe er praktisch auf jeder Runde blaue Flaggen gesehen. Er habe deshalb oft nicht sicher gewusst, ob die Warnung ihm, einem Auto vor ihm oder einem hinter ihm gegolten habe. Für die sportliche Lage von Haas war das aus seiner Sicht aber nur Begleiterscheinung eines viel tieferen Problems: Das Auto fühlte sich in Ungarn für ihn wie „an absolute nightmare to drive“ an, und genau dieses Verständnisproblem nimmt das Team mit in die Sommerpause.
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