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Pirelli drückt bei 2027-Reifen in Silverstone aufs Tempo

Pirelli hat am Dienstag in Silverstone einen wichtigen Schritt in der Entwicklung der Formel-1-Trockenreifen für 2027 absolviert. Weil die endgültige Konstruktion in den kommenden Wochen festgelegt werden muss, spulte George Russell im Mercedes ein volles Programm mit 113 Runden ab, während Carlos Sainz im Williams nach einem technischen Problem nur auf 61 Umläufe kam.

Der Test steht unter erheblichem Zeitdruck. Die Spezifikationen werden laut Reglement ab dem 1. September eingefroren, dazu kommen Produktionsfristen, die Pirelli schon jetzt zu einer baldigen Entscheidung zwingen. Silverstone ist damit nicht nur ein weiterer Entwicklungstag, sondern ein Termin, an dem sich die Auswahl möglicher Lösungen weiter verdichten muss.

Russell brachte dieses Programm am ersten von zwei Testtagen am saubersten durch. Der Mercedes-Pilot fuhr 665 Kilometer und setzte mit 1:30,695 auch die schnellste Runde des Tages. Für Pirelli war aber vor allem die Menge der gesammelten Daten entscheidend, denn das Arbeitspensum war klar auf Vergleichsfahrten und die Eingrenzung der finalen Reifenkonstruktion ausgerichtet.

Sainz konnte dazu deutlich weniger beitragen als geplant. Der Williams-Fahrer kam auf 61 Runden und eine Bestzeit von 1:33,567, ehe ein von Pirelli nicht näher erläutertes technisches Problem seine Fahrzeit begrenzte. Gerade an einem Testtag, an dem jeder zusätzliche Longrun mit Blick auf den nahenden Freeze zählt, war das für Williams ein spürbarer Rückschlag.

Der Ablauf des Tages zeigt, wie gezielt Pirelli die Arbeit strukturiert hat. Am Vormittag standen zunächst Screening-Runs beziehungsweise sogenannte Triage-Laps auf dem Programm. Am Nachmittag verlagerte sich der Fokus bei bis zu 46 Grad Asphalttemperatur auf jene Lösungen, die Pirelli als besonders vielversprechend einstuft, vor allem in längeren Runs und Rennsimulationen.

Für die Teams geht es bei solchen Einsätzen nicht um eigene Entwicklungsarbeit am Auto, sondern ausschließlich um die Datenerhebung für den Reifenhersteller. Die Runpläne und Tankmengen werden vorgegeben, während Pirelli die verschiedenen Varianten unter kontrollierten Bedingungen gegeneinander vergleicht. Entsprechend wichtig ist jede störungsfreie Runde, weil sie direkt in die Entscheidung über die Struktur der 2027er Trockenreifen einfließt.

Am Mittwoch wird der Test in Silverstone mit Kimi Antonelli im Mercedes und Alex Albon im Williams fortgesetzt. Für Pirelli ist das die nächste Gelegenheit, vor der nahenden Homologationsfrist weitere Daten zu sammeln und die Auswahl für die endgültige 2027-Spezifikation weiter einzuengen.