Paul Monaghan steht Berichten zufolge vor einem Wechsel von Red Bull zu Cadillac. Damit droht dem Formel-1-Team aus Milton Keynes der nächste Verlust einer erfahrenen Schlüsselfigur, auch wenn ein offizieller Abgang bislang nicht bestätigt ist.
RacingNews365 meldete unter Berufung auf mehrere Quellen im Fahrerlager, dass der 58 Jahre alte Cheftechniker von Red Bull eine führende Rolle in Cadillacs Ingenieursabteilung übernehmen soll. Demnach hatte auch Aston Martin um Monaghan geworben. Sowohl Red Bull als auch Cadillac lehnten eine Stellungnahme ab.
Monaghan arbeitet seit 2005 bei Red Bull und gehört zu den prägenden Technikern der Erfolgsjahre des Teams. Seine Rolle wird dabei nicht nur über den Entwurf des Autos beschrieben, sondern über die Umsetzung von theoretischem Potenzial in tatsächliche Rundenzeit auf der Strecke. Er war damit Teil der Titelserien mit Sebastian Vettel und später der Weltmeisterära von Max Verstappen.
Noch ist der Wechsel aber nicht vollzogen. Laut RacingNews365 hat das formale Trennungsverfahren noch nicht begonnen, Monaghan ist weiterhin im Amt. Hinzu käme eine Gardening-Leave-Phase, sodass er selbst bei einem Abschied nach der Saison 2026 voraussichtlich erst im Sommer oder Herbst 2027 tatsächlich für Cadillac arbeiten könnte.
Red-Bull-Teamchef Laurent Mekies wollte die Spekulationen am Freitag beim Österreich-Grand-Prix nicht direkt kommentieren. In der FIA-Pressekonferenz nach dem ersten Training sagte Mekies: „Es gibt viele Gerüchte über das Team und das Personal des Teams.“ Mit Blick auf die kursierenden Namen ergänzte er, die meisten seien „immer noch in der Garage“, und betonte: „Paul ist heute tatsächlich hier. Er hat heute Morgen sehr hart gearbeitet, um unsere Autos auf die Strecke zu bringen.“
Mekies versuchte zugleich, die größere Linie zu halten. Red Bull habe sehr klar gemacht, dass nichts wichtiger sei, als Talente zu halten und die richtigen neuen Leute anzuziehen. Auf die Frage nach der Stärke der Technikabteilung antwortete er, er sei „extrem zuversichtlich“ und Red Bull habe die nötige Qualität im Haus, um wieder ganz nach vorne zu kommen.
Gerade deshalb wäre Monaghans gemeldeter Abgang mehr als nur ein weiterer Personalwechsel. Er würde sich in eine Serie prominenter Verluste einreihen, zu der bereits Adrian Newey, Jonathan Wheatley, Rob Marshall und Will Courtenay gehören. Hinzu kommt, dass Gianpiero Lambiase, der langjährige Renningenieur von Verstappen, 2028 zu McLaren wechseln wird. Monaghans möglicher Schritt zu Cadillac würde die Fragen zur Stabilität von Red Bull weiter verschärfen, während das Team gleichzeitig versucht, seine technische Schlagkraft für die nächste Phase zu sichern.
© Jonathan Borba