Pato O’Ward hat sich trotz seiner Rolle als McLaren-Reservist faktisch von einem Wechsel in die Formel 1 verabschiedet, weil ihn die neue Fahrzeuggeneration der Serie nicht mehr reizt. Im Gespräch mit FOX Deportes sagte er, er habe „null Verlangen“, Teil dieser Entwicklung zu sein.
Der McLaren-IndyCar-Pilot machte klar, dass sein früherer Antrieb für die Formel 1 nie mit Ruhm oder Geld zu tun hatte. „Der Hunger, den ich hatte, um in die Formel 1 zu kommen, war nicht wegen des Ruhms oder des Geldes. Es war, weil die Autos etwas Beeindruckendes waren; diese Autos zu fahren, war etwas Beeindruckendes“, sagte O’Ward. Dieses Gefühl sei für ihn verloren gegangen. Über die aktuelle Richtung der Serie urteilte er deutlich: „Was die Serie da gemacht hat, war ein Fehler“.
Seine Kritik zielt vor allem auf die neue F1-Ära ab, die ab 2026 noch stärker auf elektrische Leistung und Energiemanagement setzt. In den Berichten wird das mit einem 50/50-Verhältnis zwischen Elektro- und Verbrennerleistung beschrieben. Begriffe wie Battery Harvesting, Super-Clipping und elektronische Überhol-Boosts prägen schon jetzt die Debatte um die kommende Generation.
Genau darin sieht O’Ward das Problem. Fahrer wollten beim Anbremsen und in schnellen Kurven das Limit suchen, sagte er, „und nicht, dass das Auto am Ende der Geraden von selbst verzögert“. Noch schärfer formulierte er seine Ablehnung gegen künstlich wirkende Überholhilfen: „Man will nicht ständig einen Schalter umlegen müssen, um zu sagen: ‚Oh, ich drücke jetzt mal hier, um ihn künstlich zu überholen.‘ Es ist nicht Mario Kart; wir fahren hier Rennen.“ Ehrlich gesagt habe er „null Verlangen“, daran teilzunehmen.
Damit stellt O’Ward IndyCar inzwischen klar über die Formel 1. Er nannte die US-Serie „genau jetzt die beste Serie für einen Fahrer, der Rennen fahren will“ und bezeichnete die Formel 1 in ihrer aktuellen Form als „künstliche Show“. Sie ziehe ihn schlicht nicht mehr an.
Gerade deshalb hat seine Absage Gewicht. O’Ward steht seit mehreren Jahren bei McLaren als Reserve- und Testfahrer in der Formel 1 unter Vertrag und absolviert für das Team Fahrten mit älteren Autos. Dazu kommen bereits fünf Einsätze in Freien Trainings. Trotzdem blickt er nicht mehr auf die Formel 1 als nächstes Karriereziel, sondern bewertet die sportliche Richtung der Serie inzwischen so kritisch, dass für ihn aus dem einstigen Traum keine Option mehr geworden ist.
© Jonathan Borba