Fernando Alonso hat in Miami klargestellt, dass er seine Zukunft in der Formel 1 erst im Sommer oder kurz danach entscheiden will, aber an einen Rückzug aus dem Rennsport denkt er dabei ausdrücklich nicht.
Der Aston-Martin-Pilot sagte, er habe noch nicht begonnen, sich intern wirklich mit der Zeit nach seinem aktuellen Vertrag auseinanderzusetzen. Gespräche mit dem Team habe es zwar gegeben, auch mit Teambesitzer Lawrence Stroll, doch konkrete Zukunftsverhandlungen seien daraus noch nicht geworden. Alonso berichtete, man habe sich am vergangenen Wochenende in Monaco getroffen und gemeinsam zu Abend gegessen, "aber wir haben nie wirklich ausführlich über die Zukunft gesprochen". Gleichzeitig betonte er: "Wir sind in allem auf einer Linie" und sprächen derzeit mehr über die Gegenwart als über die fernere Perspektive.
Den Zeitpunkt für die Entscheidung hat Alonso trotzdem bereits eingegrenzt. Er wisse, dass er "irgendwann in diesem Jahr, Richtung Sommer oder direkt danach" eine Wahl treffen müsse. Dass er sich damit noch Zeit lässt, hat für ihn nicht nur sportliche Gründe. Alonso sagte, er müsse zuerst mit seiner Familie sprechen und die Entscheidung "en familia, con mi gente" treffen, nur wenige Wochen nachdem er Vater geworden ist.
Sportlich sieht er keinen Grund, sich gedrängt zu fühlen. Alonso betonte, er sei aktuell "zu 100 Prozent" da und wolle den Sport an dem Punkt verlassen, an dem er sich noch schnell fühle, nicht erst dann, wenn ihn "alle schlagen" oder Fehler zum Normalzustand würden. Genau darin sieht er auch sein stärkstes Argument für eine Fortsetzung: Sein Niveau sei weiterhin hoch genug, um Aston Martin zu zeigen, dass er Resultate liefern könne, wenn das Auto konkurrenzfähig ist.
Das ist der entscheidende Punkt in einer Saison, in der Aston Martin bislang weit hinter den eigenen Ansprüchen zurückliegt. Alonso bewertet seine Zukunft deshalb weniger nach den aktuellen Resultaten als nach der Perspektive des Projekts. Sollte er in der Formel 1 bleiben, erwartet er für die kommende Saison eine bessere Ausgangslage, weil es dann das zweite Jahr des gemeinsamen Projekts wäre. In der aktuellen schwierigen Phase fordert er Geduld und Zusammenhalt und macht deutlich, dass sein Vertrauen in den langfristigen Weg des Teams nicht verloren gegangen ist.
Gerade deshalb ist seine Entscheidung keine reine Frage von Bleiben oder Aufhören. Alonso machte deutlich, dass ein Abschied aus der Formel 1 für ihn nicht gleichbedeutend mit dem Ende seiner Karriere wäre. "Seguiré compitiendo de una forma u otra", sagte er. Dakar bleibe "eine Möglichkeit", und nach seinen Testfahrten im Aston-Martin-Hypercar Valkyrie schloss er auch eine Rückkehr nach Le Mans nicht aus. Die Erfahrung mit dem Prototypen sei "fantastisch" gewesen.
Auch jenseits des Cockpits sieht Alonso seine Zukunft weiter mit Aston Martin verbunden. Er sagte, er werde so oder so aktiv bleiben und die Verbindung zum Team aufrechterhalten, dann möglicherweise in einer anderen Rolle. Die eigentliche Frage für die nächsten Monate ist damit nicht, ob Alonso weiter Rennen fahren will, sondern ob dieses nächste Kapitel 2027 noch in der Formel 1 beginnt oder in einer anderen Kategorie.
© Jonathan Borba