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Ocon warnt: Österreich ist für Haas richtungsweisend

Esteban Ocon sieht Haas vor dem Grand Prix von Österreich an einem entscheidenden Punkt der Saison. Der Franzose sagte, diese Phase sei „sehr kritisch“, weil das Team mit dem überarbeiteten VF-26 nun das richtige Feedback liefern müsse, um die Entwicklungsrichtung festzulegen, die den Rest von 2026 prägen wird.

Nach Ocons Darstellung ist Spielberg der erste echte Maßstab für das neue Paket auf einer „normalen Strecke“. Die jüngsten Updates, die rund um Montréal und Monaco an das Auto kamen, hätten bisher noch kein klares Bild geliefert. Deshalb komme dem Wochenende auf dem Red Bull Ring besondere Bedeutung zu, auch für ihn und Teamkollege Oliver Bearman.

Im Gespräch mit Motorsport Week sagte Ocon, Haas müsse „exakt das richtige Feedback für die zukünftige Entwicklung des Autos“ geben, „denn jetzt ist der Moment, in dem man für den Rest des Jahres in etwas Großartiges oder etwas Schreckliches kippen kann“. Genau darin liege die Brisanz des Europa-Auftakts für das Team.

Besonders auffällig ist der Kontrast zum Saisonbeginn. Ocon beschrieb den Haas zu Jahresstart als „sehr, sehr stark“ im Mittelfeld. In den Tests in Fiorano, Barcelona und Bahrain habe das Team viel Performance aus dem bestehenden Auto geholt, ohne neue Teile zu bringen. Zugleich sei der VF-26 außergewöhnlich zuverlässig gewesen. „Wir hatten keine Probleme und sind die ganze Zeit gefahren. Das Auto war unglaublich zuverlässig, was großartig war“, sagte er.

Seitdem hat sich das Kräfteverhältnis im Mittelfeld aus seiner Sicht klar verschoben. Ocon sagte, Haas habe zunächst gegenüber Alpine verloren, dann auch gegenüber den Racing Bulls und befinde sich nun in einem engeren Kampf mit Audi und Williams. Der frühe Vorsprung aus der Vorbereitungsphase sei damit weitgehend aufgebraucht, während die Konkurrenz Fortschritte gemacht habe.

Der Druck wird durch die jüngsten Resultate verstärkt. Haas steht nach den ersten sieben Rennen bei 21 Punkten, doch Ocon sprach von „drei oder vier Rennen“, die für das gesamte Team schwierig gewesen seien. Man habe zwar einige Punkte geholt, aber „nicht genug, nicht das, was wir wollen“.

Deshalb rückte Ocon die technische Lage klar vor andere Themen. Im Fahrerlager von Spielberg sagte der Haas-Pilot gegenüber Medien, darunter Crash.net, die größeren Probleme lägen derzeit beim Auto. „Wenn man die Probleme mit dem Auto löst und mehr Performance daraus holt, wird alles einfacher“, sagte er.

Für Haas macht genau das Österreich-Wochenende so wichtig. Wenn der VF-26 auf einer konventionelleren Strecke ein klareres Bild liefert und das Team die richtigen Schlüsse zieht, kann es im dicht gedrängten Mittelfeld wieder Boden gutmachen. Fällt diese Richtungsauswahl falsch aus, droht der Formverlust die restliche Saison zu bestimmen.