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Ocon bereut verpasste Siegchance in Brasilien

Esteban Ocon bezeichnet Alpinees überraschendes Doppelpodium beim Großen Preis von Brasilien 2024 als den perfekten Schlusspunkt seiner Zeit beim Team, räumt aber ein, dass ihm bis heute eine verpasste Siegchance gegen Max Verstappen nachhängt.

In einem offiziellen Video der Formel 1 sagte Ocon, Interlagos sei „ein guter Abschluss für die Zeit bei Alpine“ gewesen. „Es gab keine bessere Art des Abschieds“, sagte er. Dass er das Podium mit Pierre Gasly teilte, habe dem Ergebnis zusätzliches Gewicht gegeben: „Klar, es ist kein Sieg, aber ein gemeinsames Podium.“ Beide seien damit „ganz oben in der Welt des Motorsports“ gestanden.

Für Ocon war das Ergebnis vor allem deshalb so außergewöhnlich, weil Alpine damals „wohl in einem der langsamsten Autos“ im Feld gesessen habe. Noch am Vortag sei er im Trockenen nur auf P17 gewesen. Dann kam der Regen, das Team stand um 5.00 Uhr morgens auf, das Wetter blieb wechselhaft, und plötzlich änderte sich das Bild komplett. Ocon qualifizierte sich auf Rang vier und führte das Rennen danach „15 oder 20 Runden lang“, was für ihn „wirklich unerwartet“ war.

Gerade diese Unwahrscheinlichkeit erklärt auch seinen größten Vorbehalt gegenüber dem zweiten Platz. Ocon sagte, das Podium sei so überraschend gekommen, dass er „nicht wirklich um den Sieg gekämpft“ habe. „Das bereue ich vielleicht ein wenig“, sagte er, weil es aus seiner Sicht in jener Saison nur diese eine echte Podiumschance gegeben habe. Er wollte das Auto nicht wegwerfen, sah im Rückblick aber auch, dass in São Paulo mehr möglich gewesen sein könnte. Hätte er im Verlauf des Jahres öfter um Podestplätze kämpfen können, hätte er Verstappen womöglich härter attackiert, denn „schließlich gab es die Chance auf einen Sieg“.

Das Doppelpodium bekam auch durch Ocons Verhältnis zu Gasly zusätzliche Bedeutung. Beide kennen sich seit den gemeinsamen Karttagen in Frankreich, aus einer frühen Freundschaft wurde über die Jahre eine Rivalität, die sich auch während ihrer zwei Alpine-Saisons fortsetzte. Trotz einer insgesamt professionellen Zusammenarbeit kam es dabei auch zu Kollisionen in Australien und Monaco, was den gemeinsamen Podestplatz in Brasilien umso bemerkenswerter machte.

Ocon sagte, er sei am Ende „froh über Platz zwei“ gewesen. Vollständig habe sich das Ergebnis für ihn trotzdem nicht angefühlt: „Tief in mir fühlte es sich unvollständig an. Da ging mehr.“ Genau das macht São Paulo für ihn bis heute zu beidem zugleich: zum idealen Alpine-Abschied und zu einem Rennen, das vielleicht mehr als nur ein Podium hätte bringen können.