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Monaco ist für 13 F1-Fahrer mehr als nur Steuersitz

Monaco ist für 13 der 22 aktuellen Formel-1-Fahrer der offizielle Wohnsitz und damit längst weit mehr als eine prestigeträchtige Adresse: Das Fürstentum hat sich zur inoffiziellen Heimatbasis der Serie entwickelt, weil dort nicht nur steuerliche Vorteile locken, sondern auch Alltag, Sicherheit und kurze Wege.

Zu den aktuellen Monaco-Residenten zählen neben dem dort geborenen Charles Leclerc auch Max Verstappen, Lando Norris, Oscar Piastri, George Russell, Lewis Hamilton, Carlos Sainz, Alexander Albon, Nico Hülkenberg, Gabriel Bortoleto, Liam Lawson, Oliver Bearman und Valtteri Bottas. In einem Staat von weniger als einer Quadratmeile lebt damit ein bemerkenswert großer Teil des Grids an einem Ort.

Gerade Fahrer, die den Grand Prix dort bestreiten, beschreiben Monaco nicht bloß als formalen Steuersitz. Leclerc machte den Unterschied deutlich: „Für mich gibt gibt es zwei verschiedene Monacos“, sagte der Ferrari-Pilot. „Da ist Monaco während des Rennwochenendes und Monaco außerhalb des Rennwochenendes.“ Für ihn ist das Fürstentum vor allem Heimat, auch wegen der Nähe zu Freunden und Familie.

Verstappen, der seit seinem 18. Lebensjahr in Monaco lebt, formulierte es noch direkter. „Monaco ist mein Zuhause“, sagte der Weltmeister. Er lebe „sehr gerne hier“, nannte den Ort „sehr sicher“, lobte, „die Menschen sind freundlich“, und bezeichnete Monaco als „ein großartiger Ort für Kinder“. Dass dort auch ein Grand Prix stattfindet, sei „eigentlich nur ein Bonus“.

Im Rennalltag zeigt sich der praktische Wert besonders klar. Bortoleto erklärte, wie groß der Unterschied an einem Grand-Prix-Wochenende ist: „Es ist großartig, den Tag an der Strecke zu beenden und dann nach Hause gehen zu können.“ In einem weiteren Bericht zum selben Thema sagte er, es sei schön, nach dem Tag auf der Strecke zum Abendessen mit der Familie nach Hause zurückkehren zu können. Hülkenberg wird derweil als einer beschrieben, der gerade schätzt, zwischen einzelnen Sessions zu Hause regenerieren zu können.

Monacos Anziehungskraft speist sich aus mehreren sehr konkreten Faktoren. Das Fürstentum gilt als einer der sichersten Orte der Welt, bietet wohlhabenden Bewohnern ein hohes Maß an Privatsphäre und liegt zentral an der Côte d’Azur. Dazu kommen der Heliport, die schnelle Anbindung an den Flughafen Nizza und mehr als 300 Sonnentage im Jahr. Für Fahrer, die ständig zwischen Rennen, Sponsorenterminen und anderen Verpflichtungen pendeln, ist das ein logistischer Vorteil, nicht nur ein Lifestyle-Argument.

Trotzdem bleibt das Steuerthema ein wichtiger Teil der Erklärung. Monaco erhebt auf die meisten Einwohner keine Einkommensteuer, verlangt dafür aber erhebliche finanzielle Mittel und dass man den Großteil des Jahres im Fürstentum verbringt. Norris sprach diesen Punkt schon früher offen an: Er sei „aus Gründen, die man wahrscheinlich erwarten kann“ nach Monaco gezogen. „Das machen viele Fahrer“, sagte er.

Genau darin liegt aber die eigentliche Aussage hinter der hohen Fahrerzahl: Monaco zieht Formel-1-Fahrer nicht nur an, weil es finanziell attraktiv ist, sondern weil es für viele von ihnen tatsächlich als Zuhause funktioniert. Dass mehr als die Hälfte des aktuellen Feldes dort lebt, zeigt, wie sehr sich der sportliche Lebensmittelpunkt der Formel 1 auf das Fürstentum verlagert hat.