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Mercedes stoppt Alpine-Einstieg nach Preisstreit

Mercedes hat die Gespräche über den Kauf von 24 Prozent an Alpine beendet, weil der von Otro Capital geforderte Preis aus Sicht des Herstellers zu hoch war und der geplante Minderheitseinstieg damit vorerst gescheitert ist.

Im Zentrum der gescheiterten Verhandlungen stand die Bewertung des Teams. Nach übereinstimmenden Berichten wollte Otro Capital für seinen Anteil rund 720 Millionen US-Dollar beziehungsweise etwa 618 bis 620 Millionen Euro. Das hätte Alpine insgesamt mit rund 3,0 Milliarden Dollar oder etwa 2,58 Milliarden Euro bewertet. Genau diese Größenordnung soll Mercedes als unrealistisch und als kein sinnvolles Investment eingestuft haben.

Damit platzt ein Deal, der seit Wochen als wahrscheinlich galt. Mercedes hatte einen Minderheitsanteil an Alpine geprüft, um die bereits bestehende technische Verbindung weiter zu vertiefen. Das Team aus Enstone erhält in dieser Saison bereits Komponenten der Mercedes-Antriebseinheit, das Getriebe und die Hinterradaufhängung von den Silberpfeilen. Renault soll einem Verkauf grundsätzlich offen gegenübergestanden haben, hielt sich aber bis September ein Vetorecht bei einer Übertragung der Anteile vor.

Entscheidend war am Ende die Lücke zwischen den Preisvorstellungen beider Seiten. Berichten zufolge sah Mercedes den Wert von Alpine eher in einer Spanne von 2,2 bis 2,4 Milliarden US-Dollar. Diese Einschätzung lag damit deutlich unter der Forderung von Otro Capital und näher an externen Bewertungen wie jener von Forbes aus dem November 2025, in der Alpine mit 2,45 Milliarden Dollar taxiert worden war.

Für Otro Capital hätte ein Verkauf zum gewünschten Preis einen massiven Wertzuwachs bedeutet. Der Investor hatte sich 2023 an Alpine beteiligt und damals je nach Bericht rund 200 bis 233 Millionen Dollar für das Paket bezahlt. Der nun aufgerufene Preis für die 24 Prozent deutete daher auf den Versuch hin, einen sehr großen Kapitalgewinn zu realisieren. Genau daran zerbrach letztlich die Transaktion.

Dass die Gespräche tatsächlich beendet sind, wurde auch aus dem Renault-Umfeld bestätigt. Eine Renault-Quelle sagte laut Bericht: „Unserem Verständnis nach wurden die Gespräche beendet.“ Damit ist das Vorhaben, Mercedes als Anteilseigner bei Alpine an Bord zu holen, vorerst vom Tisch.

Für Alpine bedeutet das, dass die geplante Neuordnung auf Gesellschafterebene zunächst ins Stocken gerät. Renault bleibt als Mehrheitsaktionär in der bestimmenden Position, und der zum Verkauf stehende Anteil von Otro Capital ist weiter ohne neuen Eigentümer. Zwar wurde auch über weiteres Interesse berichtet, darunter über ein Konsortium mit dem ehemaligen Red-Bull-Teamchef Christian Horner. Zu einer Einigung führte das bislang aber ebenfalls nicht, zumal Renault in den Berichten eher Mercedes als bevorzugten Käufer sah.

Die wichtigste Folge ist damit klar: Statt einer engeren strukturellen Bindung an Mercedes bleibt Alpine vorerst bei der bestehenden technischen Partnerschaft, während die Eigentümerfrage offen bleibt und Renault die Kontrolle über den nächsten Schritt behält.