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Mercedes stoppt Alpine-Deal nach Preisstreit

Mercedes hat die Gespräche über den Kauf von Otro Capitals 24-Prozent-Anteil an Alpine beendet, weil sich beide Seiten nicht auf eine Bewertung des Teams einigen konnten.

Nach Angaben von BBC Sport und der BBC hatte es grundsätzlich bereits eine Einigung mit Renault darüber gegeben, dass Mercedes und Teamchef Toto Wolff die Beteiligung übernehmen könnten. Der Deal scheiterte jedoch an der Preisvorstellung von Otro: Die Investorengruppe verlangte demnach 720 Millionen Dollar für ihren Anteil, was Alpine mit insgesamt 3 Milliarden Dollar bewertet hätte. Mercedes hielt laut BBC Sport dagegen nur eine Bewertung von rund 2,2 bis 2,4 Milliarden Dollar für angemessen.

Damit platzte ein Geschäft, das Alpine enger an Mercedes gebunden hätte. Für Mercedes war die Beteiligung laut BBC Sport Teil einer langfristigen Strategie rund um die Motorenpartnerschaft und mögliche Skaleneffekte. Diese Verbindung bleibt nun offen, obwohl Mercedes plant, die Zahl seiner Kundenteams in der Formel 1 spätestens 2031 von drei auf zwei zu reduzieren.

Ein Renault-Quelle sagte laut BBC Sport: „Wir verstehen, dass die Gespräche gestoppt wurden.“ Mercedes und Wolff waren dem Bericht zufolge für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Für Renault bedeutet das vor allem, dass der Konzern beim nächsten Eigentümerschritt weiter die Kontrolle behält. Otro Capital hatte die 24 Prozent im Juni 2023 für 200 Millionen Euro gekauft. Bis September besitzt Renault ein Vetorecht bei einem Verkauf dieser Anteile.

Dieses Vetorecht spielte auch bei anderen Interessenten eine Rolle. Nach BBC-Angaben waren neben privaten Beteiligungsgesellschaften auch Investorenkreise mit Verbindungen zum früheren Red-Bull-Teamchef Christian Horner genannt worden. Renault habe jedoch entschieden, keine weiteren Gespräche fortzusetzen, und hätte einen Verkauf an eine Horner-nahe Gruppe blockiert.

Der gescheiterte Mercedes-Deal lässt Alpine damit in einer bekannten Lage zurück: Renault hält die Zügel in der Hand, während die Frage offen bleibt, welcher Partner die künftige Eigentümerstruktur und damit auch die strategische Ausrichtung des Teams mitprägen kann.