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Mercedes lehnt Stallorder im Titelkampf ab

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Mercedes wird im WM-Kampf 2026 keine Stallorder zugunsten von Andrea Kimi Antonelli gegen George Russell einsetzen, obwohl Antonelli den Belgien-Grand-Prix gewann und Spa mit 50 Punkten Vorsprung auf seinen Teamkollegen verließ.

Teamchef Toto Wolff machte nach dem Rennen klar, dass für Mercedes weiter der Sieg auf der Strecke Vorrang hat und nicht die Reihenfolge in der Fahrerwertung. Selbst mit Antonellis wachsendem Polster will das Team keinen Fahrer zurückpfeifen, nur um die Titelchance des Italieners abzusichern.

"Seit Barcelona priorisieren wir in jedem Fall den Rennsieg", sagte Toto Wolff, Mercedes-Teamchef, nach dem Rennen. "Wir würden keinem unserer Fahrer jemals einen Sieg wegnehmen. Wenn also George vorne liegt, auch wenn er in der Meisterschaft hinten liegt, würden wir das in dieser Phase der Saison nicht tun."

Die Haltung ist auch eine Reaktion auf das, was Mercedes in Spanien als Warnsignal verstanden hat. In Barcelona verloren Russell und Antonelli im teaminternen Duell zu viel Zeit, während Rivalen davon profitierten. Wolff verwies ausdrücklich auf diese Erfahrung und sagte, Mercedes habe seitdem die Vorgabe ausgegeben, sich auf der Strecke nicht gegenseitig Zeit zu kosten. Das Team wollte in Spa kein Hin und Her mehr sehen, das Ferrari oder Red Bull in Schlagdistanz bringt. Wolff ging sogar so weit zu sagen, dass Antonelli Barcelona ohne seinen Ausfall gewonnen hätte.

Gerade deshalb bekam die Stallorder-Frage nach Spa neue Schärfe. Antonelli holte dort seinen sechsten Saisonsieg, während Russell schon in Runde eins ausschied. Ein Problem beim Deployment machte ihn unmittelbar nach dem Start verwundbar, ehe es zur Kollision mit Lewis Hamilton kam, die Russell ins Kiesbett schickte. Hamilton erhielt dafür eine Fünf-Sekunden-Strafe.

Wolffs Linie bedeutet damit keinen Freibrief für uneingeschränkte interne Duelle, sondern eine engere Kontrolle darüber, wie die beiden Mercedes-Fahrer gegeneinander fahren. Mercedes will Wiederholungen von Barcelona vermeiden, ohne den Titelkampf intern vorzeitig auf Antonelli zuzuschneiden.

Damit versucht das Team, zwei Ziele gleichzeitig zu schützen: den Kampf in der Konstrukteurswertung und ein offenes Duell zwischen den eigenen Fahrern um die Fahrer-WM, obwohl Antonelli nach Spa den klaren mathematischen Vorteil hält.

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