McLaren hat in Portimão einen zweitägigen TPC-Test mit dem MCL60 aus der Saison 2023 absolviert und dabei zwei Ziele miteinander verbunden: Streckenarbeit für Lando Norris und Oscar Piastri vor der Formel-1-Rückkehr des Algarve-Kurses 2027 sowie weitere Entwicklungskilometer für Reservefahrer Leonardo Fornaroli.
Am Autódromo Internacional do Algarve kamen alle drei Fahrer zum Einsatz. Piastri und Fornaroli teilten sich den ersten Tag, Norris übernahm am Mittwochvormittag. Norris fuhr 49 Runden, Piastri 55 und Fornaroli 47. Zusammen legte McLaren über die beiden Tage 698 Kilometer zurück.
Der Test war für das Team auch deshalb relevant, weil Portimão 2027 und 2028 per Zwei-Jahres-Vereinbarung in den Formel-1-Kalender zurückkehrt. McLaren erklärte, der Einsatz habe Fornaroli die Möglichkeit gegeben, beide Stammpiloten aus nächster Nähe zu beobachten und aus erster Hand zu verstehen, „nicht nur ihr Fahren, sondern auch, wie sie dem Team Feedback geben“, während Norris und Piastri sich mit einer Strecke vertraut machen konnten, auf die die Formel 1 im kommenden Jahr zurückkehren wird.
Für Fornaroli war der Einsatz ein weiterer sichtbarer Schritt in seiner Rolle innerhalb des Programms. Der Italiener war direkt nach seinem FP1-Auftritt für McLaren in Ungarn nach Portimão gereist und betonte den Lerneffekt an der Seite der beiden Rennfahrer. Es sei für ihn wertvoll gewesen zu beobachten, wie sie mit den unterschiedlichen Bedingungen umgingen und welches Feedback sie gaben.
Norris sprach von einem „produktiven Test“ und sagte, es sei gut gewesen, nach Portimão zurückzukehren. Die Strecke habe für ihn eine besondere Bedeutung, weil er dort zum ersten Mal überhaupt ein Formel-1-Auto gefahren sei. Zugleich beschrieb er den Kurs als fahrerisch reizvoll mit anspruchsvollen Kurven.
Piastri drehte in Portimão zum ersten Mal überhaupt Runden auf der Formel-1-Strecke und hob die wechselnden Bedingungen sowie die Höhenunterschiede hervor. „Die Höhenunterschiede haben es wirklich spaßig gemacht“, sagte er, nachdem McLaren nach eigenen Angaben das komplette geplante Programm abarbeiten konnte.
Gerade darin lag der eigentliche Wert des Tests: McLaren nutzte einen unspektakulären TPC-Einsatz nicht nur zum Sammeln von Kilometern, sondern als gezielte Vorbereitung auf einen künftigen Grand-Prix-Kurs und als Entwicklungsbaustein für Fornaroli innerhalb des eigenen Fahreraufbaus.
© Jonathan Borba