Laurent Mekies hat die viel beachtete Begegnung zwischen Jos Verstappen und Toto Wolff in Montreal als normale Paddock-Szene eingeordnet und jeder Deutung als Botschaft im Transferpoker widersprochen. Der Red-Bull-Teamchef sagte am Freitag beim Kanada-Grand-Prix, er sehe hinter dem öffentlich geführten Gespräch keine besondere Absicht, obwohl die Bilder sofort neue Spekulationen über Max Verstappens Zukunft auslösten.
Das Treffen fiel vor allem deshalb auf, weil Wolff und Jos Verstappen direkt vor der Mercedes-Hospitality und damit für das gesamte Fahrerlager sichtbar miteinander sprachen. In einem Umfeld, in dem Mercedes seit langem mit Max Verstappen in Verbindung gebracht wird, reichte das für neue Unruhe in den sozialen Medien und im Paddock.
Mekies versuchte, die Szene zu entdramatisieren. „So spannend das von außen auch wirken mag, ich glaube wirklich nicht, dass eine besondere Absicht dahintersteckt“, sagte Laurent Mekies, Red-Bull-Teamchef, in der Pressekonferenz am Freitag in Kanada. Wenn einer dieser Akteure sich unterhalte, werde daraus ohnehin sofort eine Geschichte. Red Bull spreche ständig mit Max und mit Jos, und deshalb sei es „völlig natürlich“, dass auch Gespräche mit Wolff stattfänden.
Als zusätzlichen Grund nannte Mekies Verstappens GT3-Einsatz am Nürburgring in der Vorwoche. Max Verstappen war dort in einem Mercedes unterwegs, was die Verbindung zwischen Fahrer und Hersteller in Montreal noch sichtbarer machte. Für Mekies war aber auch das kein Hinweis auf ein größeres Spiel. Er sagte, er glaube „wirklich nicht“, dass das Treffen Teil eines Plans gewesen sei, um irgendeine Botschaft zu senden.
Ganz verschwinden werden die Fragen damit trotzdem nicht. Verstappen steht zwar bis Ende 2028 bei Red Bull unter Vertrag, doch die Spekulationen halten sich, weil nach mehreren Berichten leistungsbezogene Klauseln eine mögliche Ausstiegsroute eröffnen könnten, falls Red Bull die erwartete Konkurrenzfähigkeit nicht liefert.
Mekies lenkte den Blick deshalb auf einen anderen Punkt, den er für entscheidender hält als ein auffälliges Gespräch vor der Mercedes-Tür: die technische Ausrichtung der Formel 1. Er stellte Verstappens öffentliche Wortmeldungen zu den künftigen Motorenregeln als inhaltlich motiviert dar, nicht als Teil einer Vertragsstrategie. Max äußere sich so deutlich, weil er sich ernsthaft darum sorge, dass die Formel 1 der Höhepunkt des Motorsports bleibe.
Mekies sagte, Verstappen wolle „volle Attacke im Qualifying“ sehen und Fahrer, die in den Kurven so hart pushen können, wie sie wollen, „ohne dadurch wegen des Energiemanagements überhaupt Rundenzeit zu verlieren“. Vor dem Hintergrund der Debatte über mögliche Regelanpassungen für 2027 ist genau das der Punkt, der für Verstappens mittelfristige Zukunft besonders relevant bleibt. Mekies sprach von großer Offenheit bei FIA, Formel 1 und den Teams, etwas anzugehen, und deutete damit an, dass die Entwicklung dieser Regeln mehr Einfluss auf Verstappens weitere Richtung haben könnte als jedes öffentlich sichtbare Gespräch im Montrealer Paddock.
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