Allan McNish hat seinen Wechsel zum Racing Director von Audi in der Formel 1 nach Jonathan Wheatleys frühem Abgang 2026 als "eine klare Sache" beschrieben, weil er das Projekt "seit Tag eins" begleitet hat und nach dem Anruf von Mattia Binotto sofort zugesagt habe.
Der Schotte übernahm die neu geschaffene Rolle, nachdem Wheatley aus "persönlichen Gründen" nur zwei Rennen nach dem Start der Saison 2026 ausgeschieden war. Audi entschied sich intern für eine Lösung, und Binotto bat McNish, seine bisherige Aufgabe als Leiter des Fahrerentwicklungsprogramms auszuweiten.
Dass er damit eine frühere Haltung komplett revidiert, räumte McNish selbst ein. "Als ich 2013 mit dem Rennfahren aufgehört habe, sagte ich, dass ich nie im Teammanagement oder irgendwo sonst arbeiten würde, weil man sich dann mit Fahrern wie mir beschäftigen müsste, und ich wusste, wie schwierig ich war", sagte Allan McNish in Miami. "Aber die Realität ist: Dinge ändern sich. Das Leben ändert sich. Deshalb gilt: Sag niemals nie." Entscheidend sei seine Nähe zum Projekt gewesen: "Ich kenne dieses Projekt seit Tag eins. Ich war von Anfang an in verschiedenen Rollen involviert." Deshalb sei seine Antwort nach dem Gespräch mit Binotto klar gewesen: "Ja, zu 100 Prozent. Ich lebe das seit Tag eins, also warum nicht?"
McNish zeichnete auch die Aufgabenteilung an der Spitze des Audi-Projekts nach. "Mattia ist der Teamchef, er ist der CEO, ich bin der Racing Director", sagte er. Binotto verantworte die Power-Unit-Seite und "alles in Hinwil", während er sich auf "alles, was wir hier an der Strecke in Sachen Renneinsatz machen" konzentriere. Sein Fahrerentwicklungsprogramm führt McNish parallel weiter.
Gerade dieser operative Teil stand nach seinem ersten Rennwochenende in der neuen Funktion in Miami im Mittelpunkt. McNish bezeichnete das Wochenende als "definitiv ein Lernrennen", weil er erst verstehen müsse, "wie all die verschiedenen Teile zusammenpassen". Nach dem Event gab er auch zu, er sei "nervöser als je zuvor" gewesen. Gleichzeitig habe Audi erkannt, dass "viele der Dinge, an denen wir arbeiten mussten, operativer Natur waren".
Damit wird seine Ernennung vor allem an der Umsetzung an der Strecke gemessen werden. McNish sagte, das erste Wochenende habe ihm "ein etwas klareres Bild" gegeben, sodass Audi sich nun hinsetzen und "versuchen kann, Fortschritte zu machen". Genau daran wird sich zeigen, ob aus seiner langjährigen Nähe zum Projekt schnell ein besserer Rennbetrieb wird.
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