McLaren hat den britischen Karter Harry Williams im Alter von 11 Jahren in sein Fahrerentwicklungsprogramm aufgenommen und damit den jüngsten Neuzugang in der Geschichte des Programms verpflichtet.
Der Fahrer aus Cheshire ist damit zwei Jahre jünger als Lewis Hamilton, als dieser 1998 im Alter von 13 Jahren zu McLarens Nachwuchskader stieß. Auch im internen Vergleich setzt Williams eine neue Marke: Der bisher jüngste Zugang war Ella Hakkinen, die im vergangenen Jahr mit 14 unterschrieben hatte. Lando Norris kam mit 17 in das Programm, bevor er den Sprung in die Formel 1 schaffte.
Für McLaren ist die Verpflichtung mehr als nur eine frühe Wette auf Talent. Alessandro Aluni Bravi, McLarens Chief Business Affairs Officer, sagte, das Ziel sei es, „eine konstante Pipeline aufzubauen, die über viele Jahre in unsere Rennprogramme in der Formel 1, IndyCar und der Langstrecken-Weltmeisterschaft führt“. Dass ein so junger Karter aufgenommen werde, unterstreiche genau diesen Ansatz.
Aluni Bravi machte zugleich klar, dass McLaren Williams nicht mit kurzfristigen Erwartungen belasten will. Für ihn gebe es „kein Ziel, keinen Druck“, sondern vor allem die Aufgabe, den Kartsport zu genießen, so viel Erfahrung wie möglich zu sammeln und zu verstehen, was es bedeute, ein McLaren-Fahrer zu sein.
Williams bringt bereits beachtliche Resultate aus dem Kartsport mit. 2025 wurde er British Open Champion, gewann die O-Plate in der Italian Waterswift Series und belegte Rang fünf in der European Waterswift Championship. Nach dem Wechsel in die Junior-Klassen setzte er mit Platz drei im SK Final Cup in OKN-J ein weiteres Ausrufezeichen.
Auch 2026 bleibt sein Fokus zunächst klar auf dem Kartsport. Er ist bereits in der WSK Super Master Series in der Kategorie OK-Junior angetreten und soll in diesem Jahr auch in der WSK Euro Series, der Champions of the Future Series und den FIA Karting Championships in derselben Klasse starten.
Williams selbst sprach von einem wichtigen Schritt in seiner Entwicklung. Harry Williams sagte, er sei „sehr aufgeregt“, dem McLaren Driver Development Programme beizutreten. McLaren sei „dafür bekannt, Talente zu entwickeln“, und für ihn sei es großartig, Teil des Teams zu werden, während er sich im Kartsport weiterentwickle und mit Blick auf die Zukunft den Weg in den Formelsport vorbereite.
Mit der Verpflichtung eines 11-Jährigen setzt McLaren ein frühes Signal für seine langfristige Nachwuchsstrategie und bindet ein Talent, das zunächst im Karting weiter lernen soll, bevor sich zeigt, wie weit ihn dieser Weg in Richtung der eigenen Top-Programme tragen kann.
© Jonathan Borba