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McLaren testet invertierten Heckflügel in Spielberg

McLaren wird am Freitag beim Grand Prix von Österreich einen experimentellen invertierten Heckflügel fahren und das Training am Red Bull Ring dafür nutzen, Daten zu sammeln, bevor über einen möglichen Renneinsatz im weiteren Saisonverlauf entschieden wird.

Das Team kündigte in seiner Vorschau auf das Spielberg-Wochenende an, den „experimentellen Heckflügel während der Freien Trainings am Freitag“ zu testen. Nach übereinstimmenden Berichten handelt es sich dabei um eine Upside-down- oder Inverted-Lösung, die vorerst nur evaluiert und nicht direkt für Sonntag vorgesehen ist.

Aufgefallen war das Konzept zuerst bei Ferrari in den Wintertests in Bahrain. Dort zeigte der SF-26 einen Heckflügel, dessen Hauptprofil im Modus für geringen Luftwiderstand auf der Geraden so rotiert, dass das obere Element gewissermaßen auf den Kopf gestellt wird. Ferrari setzte die Idee erstmals in Miami im Rennen ein, wo auch Red Bull eine eigene Interpretation an die Strecke brachte.

Dass die Lösung im Fahrerlager sofort Fragen aufwarf, hatte McLarens Chefdesigner Rob Marshall bereits im April bei einer Veranstaltung im Werk in Woking beschrieben. „Jeder hat das gesehen und gedacht: ‘Okay, nicht schlecht. Aber sind wir sicher, dass das legal ist?’ Ja, ist es. Okay.“

Marshall machte damals auch klar, dass McLaren solche Ideen nicht einfach als unübertragbar abtut. „Wir schauen uns im Grunde alles an“, sagte er. Einige Konzepte würden nach der ersten Prüfung an den Regeln schnell ausscheiden, andere gingen bis in den Windkanal oder in CFD-Untersuchungen. Den verbreiteten Satz, Kopieren funktioniere in der Formel 1 nicht, weil eine Lösung nur auf einem bestimmten Auto arbeite, wies er zurück. Das sei „nicht zwingend wahr“, sagte Marshall und verwies auf die Zeit der Doppeldiffusoren, als ein Konzept nachgeahmt wurde und auch auf anderen Autos funktionierte.

Für McLaren ist der Versuch in Österreich deshalb vor allem ein Entwicklungstest unter realen Bedingungen. Technikdirektor Neil Houldey sagte in der offiziellen Teamvorschau, McLaren suche „immer nach Verfeinerungen, die dem Auto Performance und Rundenzeit bringen“. Der Heckflügel-Versuch sei Teil des saisonlangen Entwicklungswegs, und erst die Auswertung der Freitagsdaten im Werk werde zeigen, ob die Lösung oder eine abgeleitete Variante später im Jahr als Performance-Update zurückkehrt.