McLaren hat seinen neuen Heckflügel im „Macarena“-Stil beim Grand Prix von Österreich nicht eingesetzt, weil das experimentelle Teil die letzten Freigabetests in der Garage vor dem Trainingsbeginn nicht bestand.
Der Rennstall hatte den Flügel eigens nach Spielberg gebracht, um ihn am Freitag erstmals auf der Strecke zu testen. Nach den abschließenden Prüfungen zog McLaren den Einsatz aber noch vor der ersten Ausfahrt zurück. Neil Houldey, Technischer Direktor bei McLaren, erklärte, das Bauteil habe „die Tests, die wir abschließen mussten, nicht bestanden“, weshalb das Team es nicht fahren ließ und zur weiteren Überarbeitung zurückschicken will.
Damit platzte ein klar geplanter Vergleichstest. Eigentlich sollte Lando Norris den neuen Flügel im Training fahren, während Oscar Piastri mit einer älteren Spezifikation unterwegs sein sollte, um die Daten beider Autos direkt gegenüberzustellen. Dieser Plan wurde noch vor Beginn des Streckenprogramms verworfen.
Ausschlaggebend war, dass das Verhalten des Flügels bei den letzten Kontrollen hinter den Erwartungen blieb. Houldey sagte, McLaren habe sich nicht wohl dabei gefühlt, die Komponente auf die Strecke zu schicken. Statt ein riskantes Entwicklungsbauteil unter Zeitdruck auszuprobieren, entschied sich das Team für den konservativen Weg.
Das änderte den Schwerpunkt des gesamten Wochenendes. McLaren nutzte die Streckenzeit in Österreich deshalb vollständig dafür, das bestehende Aeropaket für den Rest des Wochenendes zu optimieren, statt Entwicklungsdaten mit dem neuen Konzept zu sammeln.
Schon vor der endgültigen Absage hatte Norris deutlich gemacht, wie aufwendig das Projekt ist. Der Brite sagte, es sei „kein simples Projekt“ und brauche Zeit, „einen so komplizierten Flügel zu verstehen“. Zugleich nannte er die Lösung „sehr cool, innovativ und interessant“ und sagte: „Ich hätte mir gewünscht, dass wir ihn schon vor drei Monaten gehabt hätten.“
Für McLaren bedeutet die kurzfristige Absage vor allem Verzögerung bei einem Bauteil, von dem man sich weitere Erkenntnisse versprach. Der Flügel wird nun überarbeitet, bevor das Team einen neuen Anlauf bei einem künftigen Grand Prix unternimmt.
© Jonathan Borba