McLaren hat die neue Frontflügel-Spezifikation seines MCL40 beim Kanada-Grand-Prix noch vor dem Sprint-Qualifying wieder aus dem Einsatz genommen, nachdem die begrenzte Fahrzeit in Montreal sowohl bei Lando Norris als auch bei Oscar Piastri zu mangelndem Vertrauen ins Auto führte und zugleich Zweifel an der Korrelation mit den Simulationen aufwarf.
Dabei war der Frontflügel ein zentraler Teil der zweiten Stufe eines größeren Update-Pakets für den MCL40. McLaren brachte in Kanada auch eine überarbeitete Motorabdeckung, neue Verkleidungen an der Hinterradaufhängung und Änderungen an den Bodenkanten. Vor dem Sprint-Qualifying kehrten jedoch beide Fahrer beim Frontflügel zur bisherigen Spezifikation zurück.
Der Hauptgrund war die geringe Vergleichsbasis auf einem Sprint-Wochenende. McLaren hatte in Montreal nur eine Stunde Freies Training auf einer Strecke, die zu Beginn noch sehr "grün" war und sich bei den Gripverhältnissen schnell veränderte. Norris fuhr den neuen Flügel die komplette Session, während Piastri zunächst mit der alten Version begann und später auf die neue wechselte.
Norris machte nach dem Rennen klar, dass die Entscheidung nicht nur mit der knappen Testzeit zusammenhing. Lando Norris, McLaren-Pilot nach dem Rennen in Kanada, sagte: "Wir müssen einfach sicherstellen, dass es beim nächsten Mal richtig funktioniert." Es sei "keine Garantie, dass wir ihn in Monaco fahren werden", fügte er hinzu. McLaren werde Tests durchführen, "um zu sehen, ob wir ihn besser zum Laufen bringen können". Zugleich sagte Norris, die Fahrer hätten mit dem neuen Flügel "nicht viel Vertrauen ins Auto" gehabt.
Teamchef Andrea Stella erklärte, McLaren habe beim Frontflügel "ein gewisses Maß an Abweichung aus aerodynamischer Sicht" festgestellt. Das Verhalten auf der Strecke entsprach also nicht dem, was das Team aus der Simulation erwartet hatte. "Wir haben den Flügel getestet. Wir wollen einige Tests wiederholen und weitere Informationen sammeln", sagte Stella.
Nach Stellas Einschätzung hätte der Flügel auf einem Kurs wie Montreal zwar Vorteile bringen können, "aber er wäre kein Gamechanger gewesen". Gerade deshalb wollte McLaren vor einem Einsatz an einem Sprint-Wochenende sicherer sein, dass man die Auswirkungen der Änderungen am Auto vollständig versteht. Damit wird Monaco nun zum nächsten Prüfpunkt für das Teil, nicht automatisch zu seinem Renndebüt. Stella bestätigte: "Also werden wir diesen Flügel in Monaco definitiv wiedersehen."
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