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McLaren sieht Kundenstatus als 2026-Nachteil

McLaren macht seinen Einbruch in der Formel-1-Saison 2026 auch an den Grenzen eines Kundenteams fest: Teamchef Andrea Stella sagt, die neue Regelgeneration habe den Nachteil gegenüber Werksteams bei Integration, Zuverlässigkeit und Performance-Nutzung deutlich verschärft und das Team damit "ins Hintertreffen" gebracht.

Besonders brisant ist das, weil McLaren erst 2024 und 2025 die Konstrukteurs-WM gewann und Lando Norris im vergangenen Jahr den Fahrertitel holte. Unter den aktuellen Topteams Mercedes, Ferrari, McLaren und Red Bull ist McLaren nun aber das einzige Team ohne Werksstatus beim Antrieb. In der Konstrukteurswertung ist der Titelverteidiger auf Rang drei zurückgefallen und liegt bereits 126 Punkte hinter Mercedes.

Stella erklärte gegenüber Medien, darunter RacingNews365, dass es dabei nicht um eine geringere Priorität bei Mercedes HPP gehe, sondern um strukturelle Nachteile. Als Kundenteam habe McLaren "weniger Möglichkeiten zur Integration" und könne "nicht auf demselben Zeitplan" an Zuverlässigkeitsproblemen oder an der optimalen Nutzung der Power Unit aus Performance-Sicht arbeiten.

Genau diese Probleme hätten McLarens Titelverteidigung zu Saisonbeginn belastet. Stella verwies auf Defekte auf beiden Seiten, also sowohl bei McLaren als auch bei Mercedes HPP. In China konnten Norris und Oscar Piastri nach Problemen mit der Power Unit beide nicht starten. Zugleich nannte Stella "das Getriebeproblem an Landos Auto in Kanada" ausdrücklich als ein Problem, das "rein auf der McLaren-Seite" lag.

Aus seiner Sicht liegt der eigentliche Unterschied darin, dass Werksteams Chassis- und Motorarbeit enger verzahnen können. "Wenn man auf der Chassis-Seite einige Experimente durchführt, kann man das bei einem Werksteam mit einem langen Programm auf der Power-Unit-Seite verbinden", sagte Stella. Es gebe "viele Gründe", warum Zuverlässigkeit rund um die Power Unit oder die Vorteile eines Werksteams an dieser Stelle den Unterschied ausmachen könnten.

Dass McLaren in Spanien endlich ein störungsfreies Wochenende erlebte, wertete Stella zwar als Fortschritt, aber nicht als Entwarnung. Er wolle die Zuverlässigkeit nicht nach einem einzelnen Rennen beurteilen, sondern über eine ganze Saison hinweg. Nach den Rückschlägen der ersten Monate müsse McLaren sich Schritt für Schritt wieder stabilisieren.

Darum sieht Stella die Aufgabe nicht nur in der Lösung einzelner Defekte. "Wenn man nicht weiß, was als Nächstes kommt, reicht es nicht, jedes einzelne Thema isoliert abzuarbeiten", sagte er. McLaren müsse deshalb "die Tiefe, die Intensität und die Effektivität" der Meetings und Informationsprozesse zwischen Fabrik und Strecke überprüfen. Erst dann könne sich das Team wieder auf das konzentrieren, was für seinen Neustart unter den neuen Regeln entscheidend ist: reine Performance.