McLaren hat die lokale Baugenehmigung erhalten, sein Werk in Woking um eine neue 143 Quadratmeter große Teststand-Anlage samt zugehörigem Kondensator zu erweitern, um die Formel-1-Aktivitäten am Standort zu unterstützen.
Genehmigt wurden überarbeitete Arbeiten an einem neuen Bauabschnitt des McLaren Technology Centre. Die angepasste Planung sieht den Teststand unter dem bestehenden südöstlichen Dachvorsprung vor, während die zugehörige Kondensatoranlage in einen separaten, direkt angrenzenden Bereich verlegt wird.
Damit reagiert McLaren auf ein Kapazitätsproblem im eigenen Werk. In den bei Woking Borough Council eingereichten Unterlagen erklärten die Architekten von tor&co, das bestehende McLaren Technology Centre sei ausgelastet. Das Ziel des Teststands sei es, den Betrieb des Formel-1-Teams weiter zu unterstützen. In den Dokumenten heißt es zudem, neue Einrichtungen und Testausrüstung müssten auf dem Campus untergebracht werden, um das weitere Wachstum sowie die technischen und operativen Anforderungen der McLaren-Gruppe zu ermöglichen.
Das Projekt ist eine Anpassung eines bereits 2025 genehmigten Vorhabens. Laut Antrag umfasst die neue Version eine „moderate Vergrößerung der Tiefe der Teststand-Erweiterung unter dem bestehenden Dach“ sowie die Verlegung der zugehörigen Kondensatoranlage in einen diskreten, aber baulich getrennten Bereich. Der Gemeinderat legte fest, dass die Arbeiten innerhalb von drei Jahren beginnen müssen.
Für McLaren ist die Investition vor allem deshalb relevant, weil Teststände in der Formel 1 mit den stark eingeschränkten Streckentests immer wichtiger geworden sind. Das Team hatte in diesem Jahr seinen neuen MCL40 für Prüfungen vor dem ersten Vorsaisontest in Barcelona zu den Anlagen des Spezialisten AVL nach Österreich gebracht.
Teamchef Andrea Stella erklärte damals, solche Vollfahrzeug-Teststände seien inzwischen fester Bestandteil moderner Formel-1-Vorbereitung. „Das ist inzwischen gängige Praxis in der Formel 1, sodass man einige grundlegende Systeme des Autos viel umfassender abnehmen kann, als wenn man nur einige dieser Subsysteme wie das Getriebe auf einem Getriebeprüfstand oder Dyno testet, die wir hier im MTC haben“, sagte Andrea Stella, Teamchef von McLaren. AVL sei „eine Einrichtung, die wir seit einiger Zeit nutzen“.
Mit der neuen Anlage in Woking kann McLaren diese Validierungsarbeit künftig näher an den eigenen Entwicklungsabteilungen erledigen und die Abhängigkeit von externen Prüfstandskapazitäten verringern, bevor das Auto überhaupt auf die Strecke geht.
© Jonathan Borba