© Jonathan Borba

McLaren feiert 1000. F1-Start in Monaco

McLaren hat das Monaco-Wochenende zum selbst gezählten 1000. Start in der Formel 1 und zum 60. Jahrestag seines Debüts auf genau dieser Strecke gemacht, mit einer Hommage, die den M2B von 1966 neben den aktuellen MCL40 stellte und große Namen aus der Teamgeschichte zusammenbrachte.

Auf der Start-Ziel-Geraden in Monte Carlo versammelte McLaren 11 der 15 noch lebenden Fahrer, die mit dem Team einen Grand Prix gewonnen haben. Neben den aktuellen Fahrern Lando Norris und Oscar Piastri waren auch Emerson Fittipaldi, Mika Häkkinen, Gerhard Berger, David Coulthard, Heikki Kovalainen, Juan Pablo Montoya, John Watson sowie die früheren McLaren-Teamkollegen Lewis Hamilton und Fernando Alonso dabei. Formel-1-CEO Stefano Domenicali, McLaren-CEO Zak Brown und Teamchef Andrea Stella nahmen ebenfalls an dem Termin teil.

Besonders symbolisch wurde die Feier durch den Ort und das Auto. Bruce McLaren hatte den Rennstall 1966 in Monaco erstmals in einem Weltmeisterschaftslauf an den Start gebracht, damals mit dem M2B. Genau dieses Auto kehrte am Donnerstag auf die Strecke zurück, gefahren von Doppelweltmeister Häkkinen bei einer Demonstrationsrunde.

Der Rahmen passte auch sportlich zur Botschaft, die McLaren senden wollte. Das Team reist als amtierender Konstrukteursweltmeister nach Monaco, Norris als verteidigender Fahrerweltmeister nach seinem Titelgewinn 2025. Die Jubiläumsfeier war damit nicht nur ein Blick zurück auf den Anfang der Geschichte, sondern auch ein Hinweis darauf, dass McLaren nach schwierigen Jahren wieder zur Spitze gehört.

Ganz unumstritten ist die Marke von 1000 Rennen allerdings nicht. Einige Statistikseiten zählen Monaco nur als McLarens 999. Grand Prix, weil sie den Großen Preis der USA 2005 in Indianapolis nicht als Start werten. Damals absolvierten die Michelin-Teams, darunter McLaren, nur die Einführungsrunde und fuhren dann wegen der Reifenkontroverse zurück an die Box, ohne den eigentlichen Start aufzunehmen. McLaren rechnet das Rennen dennoch mit, weil die beiden Autos die Formationsrunde fuhren und anschließend aus eigener Entscheidung abstellten.

Zak Brown, CEO von McLaren, stellte in Monaco vor allem den historischen Wert des Moments heraus. „Die Geschichte hier ist, was die Geschichte in diesem Sport angeht, nur Ferrari unterlegen“, sagte Brown. Über die Anwesenheit von Hamilton und Alonso, inzwischen für Ferrari und Aston Martin unterwegs, sagte er: „Das sind beschäftigte Typen, und sie tragen andere Teamshirts, also war es ganz sicher nichts, was sie tun mussten. Es war etwas, das sie tun wollten.“

Gerade dieser Teil der Zusammenkunft war für McLaren mehr als ein Fototermin. Brown wertete die Teilnahme der beiden Ex-Fahrer als seltenes Zeichen sportübergreifender Anerkennung in einem Umfeld, das sonst stark von Konkurrenz geprägt ist. Das passte zur Art, wie McLaren dieses Wochenende inszenierte: nicht als reine Nostalgie, sondern als Bestätigung des eigenen Gewichts in der Formel 1.

Diese Erzählung stützen auch die Zahlen. McLaren sieht Monaco als seinen 1000. Grand Prix und wäre damit nach Ferrari erst das zweite Team, das diese Marke erreicht. Über sechs Jahrzehnte hat der Rennstall 203 Siege, 13 Fahrertitel und 10 Konstrukteurstitel gesammelt. In Monaco verband McLaren diese Bilanz mit dem Bild eines Teams, das seine Vergangenheit nicht nur verwaltet, sondern aus einer erneuerten Position an der Spitze weiterführt.