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Mayländer gesteht Nervosität trotz 500 F1-Rennen

Bernd Mayländer sagt, dass ihn sein Job als Formel-1-Safety-Car-Fahrer auch nach mehr als 500 Grands Prix noch nervös macht, weil Adrenalin, Präzision und Verantwortung an der Spitze des Feldes unverändert groß geblieben sind.

Im Beyond The Grid Podcast sagte der FIA-Safety-Car-Fahrer, die Rolle sei trotz der gewaltigen Erfahrung weiter einschüchternd. „Das ist es immer noch. Ich bin selbst jetzt noch beeindruckt. Ja, absolut“, sagte Mayländer. Auf die Frage, ob er noch nervös sei, antwortete er klar: „Ja, ich bin nervös.“

Der entscheidende Moment ist für ihn der Einsatz selbst, vor allem mit dem gesamten Feld direkt hinter sich. Mayländer schilderte, dass man die Energie der Situation sofort spürt, wenn 20, inzwischen 22, der schnellsten Autos der Welt hinter dem Safety Car fahren. Beim Restart verdichte sich alles: die Spannung, die Erwartung der Fahrer und die Notwendigkeit, das Verfahren exakt umzusetzen.

Gerade diese Anspannung ist für ihn Teil dessen, was den Job über so viele Jahre trägt. Mayländer sagte, ohne dieses Adrenalin wäre die Aufgabe langweilig und er wäre wohl kein Safety-Car-Fahrer mehr. Vor dem Start eines Rennens gehe er deshalb dieselben Routinen durch wie ein Rennfahrer: Funkcheck, Systeme prüfen, alles genau so vorbereiten, wie er es braucht, um im Ernstfall sofort einsatzbereit zu sein.

Dass seine Motivation nach einem Vierteljahrhundert nicht nachgelassen hat, erklärt er auch mit seinem eigenen Leistungsanspruch. Im Exklusivinterview mit RacingNews365 sagte Mayländer, er messe sich an jedem Rennwochenende weiter mit sich selbst. Nach dem Streckentest am Donnerstag schaue er zuerst in die offiziellen Zeitdokumente, prüfe die violetten Sektoren und vergleiche sie mit seinen Zeiten aus dem Vorjahr. „Das ist mein eigener persönlicher Wettbewerb“, sagte er.

Für Mayländer ist die Rolle deshalb weit mehr als nur Autofahren. Die Abläufe müssten auf höchstem Niveau funktionieren, sagte er, „wie alles andere in der Formel 1“. Ohne die Donnerstagseinheiten und die täglichen Abstimmungen mit der Rennleitung würde es nicht funktionieren. Das erklärt auch, warum er Beschwerden über das Tempo des Safety Cars gelassen einordnet. Die Fahrer wüssten, dass er Erfahrung habe, während ihr Fokus auf dem Rennen liege und seiner auf der Sicherheit.

Die Marke von 500 Grands Prix erreichte Mayländer beim Saisonauftakt in Australien. Einer der vorliegenden Berichte beziffert seinen aktuellen Stand inzwischen auf 502. An ein baldiges Ende denkt der 54-Jährige trotzdem nicht. Gegenüber RacingNews365 sagte er, er denke „realistisch an 600 oder 650 Grands Prix“, auch wenn er sich nicht vorstellen könne, mit 78 noch im Safety Car zu sitzen. Das deutet darauf hin, dass die Formel 1 in einer der sensibelsten Rollen ihres Wochenendes noch lange auf dieselbe Erfahrung und Ruhe setzen wird.