Max Verstappen startet am 16. September bei Red Bulls „Max vs 100“ in Silverstone vom letzten Platz und muss 100 Gegner überholen, bevor das vorgegebene Zeitlimit abläuft. Die Aufgabe soll den viermaligen Formel-1-Weltmeister nicht nur auf seine Geschwindigkeit, sondern vor allem auf seine Fähigkeit prüfen, im dichten Verkehr Lücken zu erkennen und sofort zu nutzen.
Wie anspruchsvoll das Format werden kann, zeigte bereits ein Test auf der Strecke in Kart Silverstone. Sebastian Job, Red-Bull-Sim-Racing-Fahrer und zweimaliger iRacing-Weltmeister, erprobte die Anlage gemeinsam mit David Terrien in einer kleineren Konfiguration mit 50 Karts. Schon dort war es schwierig, die Überholaufgabe rechtzeitig zu erfüllen.
„Ich denke, 100 Karts zu überholen, wird extrem schwierig“, sagte Job nach dem Test. „Heute haben wir es mit 50 gemacht, und selbst das war schon eine Herausforderung, es innerhalb der vorgegebenen Zeit zu schaffen. Er hat riesig viel Arbeit vor sich.“ Für Verstappen verdoppelt sich damit gegenüber dem Test nicht nur die Zahl der Gegner, sondern auch die Wahrscheinlichkeit, dass sich vor ihm ständig neue Gruppen bilden und die Fahrer an der Spitze Abstand gewinnen können.
Das Feld besteht dabei nicht ausschließlich aus Rennfahrern. Red Bull bringt Athleten aus anderen Sportarten, Prominente, Content-Creator, weitere Persönlichkeiten und eingeladene Fans aus aller Welt an den Start. Gerade diese Mischung macht die Aufgabe schwer berechenbar: Verstappen muss sich durch ein großes Feld arbeiten, dessen Teilnehmer ganz unterschiedliche Erfahrung im Kart und im direkten Zweikampf mitbringen.
Gefahren wird auf einem eigens für das Event entworfenen Layout in Silverstone. Terrien, französischer Rennfahrer, Rennleiter und ehemaliger Junioren-Kart-Weltmeister, zeichnete für die Strecke verantwortlich. „Eine Strecke für 100 Fahrer gleichzeitig zu bauen, wurde noch nie gemacht, noch nie gesehen“, sagte Terrien in Red Bulls Ankündigung. Das Layout muss somit nicht nur genügend Raum für ein außergewöhnlich großes Starterfeld schaffen, sondern Verstappens Aufholjagd überhaupt erst ermöglichen.
Für den Niederländer ist „Max vs 100“ zugleich eine Rückkehr in die Disziplin, in der er nach eigener Aussage die grundlegenden Rennfähigkeiten lernte. „Im Kartsport lernt man alle Basics: Starts, Verteidigen, Überholen“, sagte Verstappen. Entscheidend werde auch das Verständnis für den Grip des Karts sein, doch nach vielen Jahren im Kartsport finde man sich seiner Einschätzung nach schnell wieder zurecht.
Die Herausforderung unterscheidet sich dennoch deutlich von einer üblichen Fahrt an der Spitze. Verstappen muss von Beginn an Überholmöglichkeiten vorbereiten, darf keine Zeit in unnötigen Duellen verlieren und zugleich verhindern, dass das vordere Ende des Feldes außer Reichweite gerät. „Ich freue mich einfach darauf, das Chaos vor mir entfalten zu sehen“, sagte er. Ob seine Kart-Erfahrung reicht, um sich innerhalb des Zeitlimits an allen 100 Teilnehmern vorbeizuarbeiten, wird damit zur zentralen Frage des Events.
© Morio