Max Verstappen hat seinen Red-Bull-Vertrag bis Ende 2030 verlängert und damit den wichtigsten Unsicherheitsfaktor auf dem Formel-1-Fahrermarkt beseitigt. Die monatelangen Spekulationen über einen möglichen Abschied des viermaligen Weltmeisters, vor allem in Richtung Mercedes und zuletzt auch McLaren, sind damit beendet.
Die Bindung an Red Bull in Milton Keynes schafft nicht nur für Verstappen und sein Team Planungssicherheit. Sie setzt auch den übrigen Fahrermarkt in Bewegung, der lange auf eine Entscheidung des Niederländers gewartet hatte. Mercedes-Teamchef Toto Wolff sagte gegenüber Medien einschließlich RacingNews365: „Mit dem, was jetzt passiert ist, ist die Silly Season offiziell vorbei, und jeder kann sich auf das Rennen konzentrieren.“
Wolff betonte, Mercedes habe seine eigene Fahrerfrage bereits deutlich früher geklärt. George Russell und Kimi Antonelli sind für 2027 bestätigt, und nach Wolffs Darstellung stand schon im späten Frühjahr fest, dass die Mannschaft mit dieser Paarung weitermachen würde. Intern sei daher lange Klarheit vorhanden gewesen, bevor Verstappen seine Zukunft bei Red Bull festschrieb.
Das verhindert jedoch nicht, dass Verstappens Entscheidung weit über Mercedes hinauswirkt. Wolff bezeichnete ihn als wichtigen Stein im Fahrermarkt. Solange offen gewesen sei, ob der Weltmeister verfügbar werden könnte, mussten andere Fahrer und Teams ihre eigenen Optionen im Verhältnis zu diesem möglichen Wechsel bewerten. Nun könnten jene, die einen Wechsel anstreben oder bei ihrem aktuellen Team bleiben wollen, ihre Entscheidungen treffen.
Der Mercedes-Teamchef verwies auf Carlos Sainz und Alex Albon, die bereits bei Williams feststehen, und rechnet mit weiteren Bekanntgaben. Verstappens Verlängerung nimmt damit nicht einfach einen prominenten Namen aus der Gerüchteküche. Sie schafft den Rahmen, in dem die noch offenen Personalentscheidungen der Formel 1 fallen können.
Christian Danner, ehemaliger Formel-1-Fahrer, hatte Verstappens Sonderstellung im Gespräch mit dem Kölner Express als die eines einzigen echten „Königsmachers“ beschrieben. Weil Verstappen von Verbündeten wie Gegnern als bester Fahrer anerkannt werde, diktiere er im Kern den Markt. Solange er Verfügbarkeit angedeutet habe, sei der gesamte Markt blockiert gewesen. In Danners Bild fallen die übrigen Dominosteine erst, wenn sich „Pharao Max“ bewegt.
Genau diese Bewegung ist nun erfolgt, allerdings nicht in ein neues Team, sondern mit einer langfristigen Entscheidung für Red Bull. Für die Konkurrenz bedeutet das, dass ein möglicher Verstappen-Transfer vorerst keine Variable mehr ist. Für die noch unentschlossenen Fahrer eröffnet sich damit ein Markt, auf dem die entscheidende Personalie bereits geklärt ist.
© Jonathan Borba