© Spencer

Marko erklärt Red-Bull-Abgang nach Machtwechsel

Helmut Marko sagt, Red Bull sei nach dem Tod von Dietrich Mateschitz 2022 in „eine neue Ära“ eingetreten, und dieser Führungswechsel habe den Hintergrund für seinen Abschied nach der Saison 2025 gebildet, auch wenn er den knapp verpassten WM-Titel als ausschlaggebenden Grund nennt.

Im Interview mit der österreichischen Ausgabe der Die Zeit beschrieb der langjährige Red-Bull-Berater den Unterschied zur früheren Struktur sehr deutlich. Unter Mateschitz sei Red Bull „eine One-Man-Show“ gewesen. „Dietrich konnte allein entscheiden, hatte Visionen, erkannte blitzschnell, was gut ist und was nicht“, sagte Marko. Er ergänzte, Mateschitz sei zu Rennen gekommen und habe sofort ein Verständnis dafür entwickelt, „was wichtig ist“.

Dem stellte Marko die heutige Organisation gegenüber. „Jetzt gibt es bei Red Bull drei Geschäftsführer, die müssen reporten und dergleichen, es entspricht mehr einer üblichen Konzernspitze“, sagte er. Für Marko war das nicht nur eine strukturelle, sondern auch eine persönliche Veränderung. Mit Mateschitz habe ihn eine Freundschaft verbunden, die auf Verlässlichkeit beruhte. Ein solches Verhältnis habe es zu dessen Nachfolger Oliver Mintzlaff, der als einer der drei Geschäftsführer Verantwortung für das Formel-1-Projekt übernahm, „nicht mehr“ gegeben.

Marko machte klar, dass diese Entwicklung seine Entscheidung beeinflusst haben könnte. Er sagte, Red Bull habe mit den Nachfolgern von Mateschitz eine andere Art der Geschäftsführung begonnen, und berichtete, er habe Mintzlaff direkt gesagt: „Du, ich höre auf.“ Für die Rolle, die er über Jahre ausfüllte, brauche es mehr als Routine. „Für den Job, den ich gemacht habe, brauchst du Leidenschaft, du musst brennen. Wenn du das nicht mehr spürst, wird es mühsam“, sagte er.

Den offiziellen Auslöser für seinen Rückzug sieht Marko aber im Sportlichen. Er sagte, seine Enttäuschung darüber, dass Red Bull die Weltmeisterschaft 2025 nicht gewann, habe den Ausschlag gegeben. „Daraus wollte ich für mich die Konsequenzen ziehen“, erklärte er. Der Titelkampf endete für Max Verstappen und Red Bull besonders schmerzhaft, weil ihnen nur zwei Punkte auf Weltmeister Lando Norris fehlten. Ein fünfter Titel in Serie wäre gelungen, etwas, das laut Marko zuvor nur Michael Schumacher bei Ferrari geschafft hatte. „Es war schon eine Riesenenttäuschung“, sagte er.

Gerade deshalb wiegt Markos Abgang bei Red Bull schwer. Er selbst verstand sich als eines der letzten Gesichter der erfolgreichsten Jahre des Teams in der Formel 1. Nach dem Tod von Mateschitz hatten mit Christian Horner und Adrian Newey bereits weitere Schlüsselfiguren das Team verlassen. Markos Aussagen zeigen damit nicht nur, warum er ging, sondern auch, wie weit sich das Umfeld um Verstappen und Red Bull seit dem Beginn dieser neuen Ära verändert hat.