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Leclerc für Red Bull? Palmer nennt Wunschlösung

Jolyon Palmer sieht Charles Leclerc als Red Bulls spannendste externe Option, falls Max Verstappen das Team verlässt, und macht damit deutlich, wie sehr die Zukunft des Weltmeisters den Fahrermarkt in der Formel 1 prägt.

Im F1-Nation-Podcast sagte der frühere Formel-1-Fahrer, Verstappen sei aktuell "der größte" Faktor im diesjährigen Transfermarkt. Sollte sich dort etwas bewegen, könne das laut Palmer eine "Raserei" im Fahrerlager auslösen. Wenn Verstappen in der Formel 1 bleibe, aber Red Bull verlasse, entstehe bei Red Bull ein Cockpit, das für einen opportunistischen Fahrer anderswo sofort attraktiv werde.

Für genau dieses Szenario nannte Palmer einen Namen, der weit über Red Bulls eigenes Nachwuchsprogramm hinausgeht. Trotz Talenten wie Isack Hadjar und Arvid Lindblad glaubt er, dass Red Bull bei einem Abgang Verstappens wohl außerhalb der eigenen Struktur suchen müsste, um ein Profil dieser Größenordnung zu ersetzen. Seine Wahl wäre Leclerc. "Wenn Geld keine Rolle spielen würde, Charles Leclerc", sagte Palmer. "Er ist schon lange bei Ferrari. Ich glaube, er ist enorm talentiert. Ich denke, das hat er gezeigt."

Palmer begründete den Gedanken vor allem sportlich. Leclerc gilt für ihn als Fahrer mit Titelpotenzial, der bei Ferrari seit Jahren auf das Auto wartet, mit dem sich die Meisterschaft regelmäßig angreifen lässt. Falls Ferrari in dieser Saison nicht zeigen könne, dass es titelfähig sei, könne Leclerc laut Palmer verlockt werden. "Würde ihn das genug reizen, um zu Red Bull zu gehen? Wir reden hier über echte Hypothesen", sagte er. "Aber ich glaube immer noch, dass ein Titel in ihm steckt, und ich denke, er könnte in Versuchung geraten."

Dass dieses Gedankenspiel überhaupt Gewicht bekommt, liegt an den wachsenden Fragezeichen um Verstappen. Der Niederländer hat die neuen Regeln für 2026 offen kritisiert und sie zunächst als "Formel E auf Steroiden" bezeichnet. Darüber hinaus hat er Zweifel geäußert, wie viel Freude ihm die Serie unter diesen Rahmenbedingungen noch macht, und den Wert der ständigen Reisen und des gesamten Aufwands hinterfragt. Obwohl sein Vertrag bei Red Bull noch bis Ende 2028 läuft, hat er eingeräumt, seine Optionen am Jahresende zu prüfen.

Zusätzliche Brisanz bekommt die Lage durch Gianpiero Lambiase. Verstappens langjähriger Renningenieur wird spätestens 2028 zu McLaren wechseln. Verstappen hatte zuvor gesagt, dass er mit keinem anderen Renningenieur arbeiten würde, was neue Fragen über seine Zukunft bei Red Bull aufwirft.

Palmer sprach selbst von einem sehr hypothetischen Szenario, doch ganz aus der Luft gegriffen ist die Leclerc-Idee nicht. Red-Bull-Teamchef Laurent Mekies arbeitete bei Ferrari eng mit dem Monegassen zusammen und soll ein sehr gutes Verhältnis zu ihm haben. Wenn Verstappen tatsächlich den Stein ins Rollen bringt, könnte ausgerechnet Ferrari-Star Leclerc zu Red Bulls interessantester Lösung im Zentrum eines neuen Fahrermarkt-Bebens werden.