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Leclerc erklärt Monaco-Crash mit Bremsversagen

Charles Leclerc hat seinen Ausfall beim Monaco-Grand-Prix auf einen schweren Bremsdefekt an seinem Ferrari zurückgeführt und nicht auf einen Fahrfehler oder den aufbrechenden Asphalt. Der Monegasse sagte, nach der Safety-Car-Phase habe nur noch eine von vier Bremsen richtig funktioniert, ehe er auf Rang drei liegend in Antony Noghès in die Mauer rutschte.

Leclerc beschrieb das Problem als klar messbar. Die linke Vorderbremse habe normal gearbeitet, die rechte Vorderbremse nur "halb", während beide Hinterradbremsen "überhaupt nicht" funktioniert hätten. In den Daten sei "gar keine Verzögerung" zu sehen gewesen. Es habe sich angefühlt, "als wären die Bremssättel gar nicht am Auto gewesen".

Dass die Rennleitung den Streckenbelag nach seinem Unfall und Lance Strolls Abflug an derselben Kurve untersuchte, änderte für Leclerc nichts an der Diagnose. "Es hilft nicht, dass der Asphalt aufbricht, aber die Daten sprechen für sich", sagte Charles Leclerc, Ferrari-Pilot, bei Sky Sports F1. Er erklärte, das Problem habe direkt nach der ersten Safety-Car-Phase begonnen und sich dann immer weiter verschärft: "Sobald ich hinter dem Safety Car war, haben drei meiner vier Bremsen aufgehört zu funktionieren."

Leclerc wies deshalb jede Schuld an dem Unfall zurück. Schon am Funk sagte er: "Ich werde dafür ganz sicher nicht die Schuld auf mich nehmen." Später legte er nach: "Heute übernehme ich hier keine Verantwortung." Besonders frustrierte ihn, dass der Zwischenfall wie ein eigener Fehler aussah. "Wenn man wegen eines eigenen Fehlers wie ein Idiot aussieht, ist das okay. Aber das hier ist hart an der Grenze zum Gefährlichen."

Neu war das Problem nach seiner Darstellung nicht. Leclerc sprach von einem Thema, das ihn bereits seit zwei Rennen beschäftigt, darunter Kanada. Schon in Monaco hatte er im Training mit Bremsproblemen zu kämpfen, blockierte mehrfach und musste in Mirabeau den Notausgang nehmen. Nach dem Qualifying, das nach einem Rückschlag nur Startplatz vier brachte, hatte er die Bremsen als "extrem inkonstant" beschrieben und gesagt, er habe "massiv zu kämpfen".

Im Rennen habe er noch versucht, das Verhalten aus dem Cockpit heraus zu korrigieren, aber ohne Erfolg. Die einzige theoretische Möglichkeit sei gewesen, die letzte Kurve praktisch ohne zu bremsen zu fahren, was unweigerlich zu einem Unfall in Kurve 1 geführt hätte. Einen ähnlichen Fall habe er zwar schon in kleinerem Maß erlebt, "aber nicht in diesem Ausmaß". Vor allem bei niedrigen Reifentemperaturen und dieser Unberechenbarkeit sei das Ganze "ein absoluter Albtraum" gewesen.

Ferrari sieht nach Leclercs Angaben bereits einen Ausweg. Er sagte, das Team habe "die Lösung bereits im Haus" und er werde ab dem nächsten Rennen in Barcelona auf dieselbe Richtung bei der Konfiguration wechseln wie Lewis Hamilton. Fred Vasseur und Jerome D’Ambrosio hätten die Daten inzwischen ebenfalls geprüft. "Ich glaube nicht, dass es da irgendeinen Zweifel gibt", sagte Leclerc. Der Ausfall in Monaco ließ ihn mit 70 Punkten auf Rang vier der Fahrerwertung zurückfallen, während Hamilton nach Platz zwei bei 90 Punkten auf Rang zwei liegt.