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Leclerc bremst Ferrari-Hype vor Monaco

Charles Leclerc hat Ferrari vor seinem Heimrennen in Monaco die Favoritenrolle abgesprochen und Mercedes trotz aller Hoffnungen auf Monte Carlo weiter als Maßstab bezeichnet.

Auf die Frage, ob Ferrari als Topfavorit anreise, antwortete Leclerc in der Pressekonferenz klar mit „Nein“. Zugleich machte der Monegasse deutlich, warum ausgerechnet Monaco dennoch Ferraris bislang beste Chance 2026 sein könnte: „Wenn es eine Strecke gibt, auf der ich auf uns setzen würde, dann wahrscheinlich Monaco.“ Seine Einschränkung folgte sofort. Mercedes habe seit Saisonbeginn „einen deutlichen Vorteil“ und werde „das Team bleiben, das es zu schlagen gilt“.

Diese Vorsicht ist mit Blick auf den Saisonverlauf nachvollziehbar. Mercedes hat die ersten fünf Grands Prix des Jahres gewonnen und liegt in der Konstrukteurs-WM bereits 72 Punkte vor Ferrari. Gerade deshalb sticht Monaco heraus, weil die Strecke andere Anforderungen stellt als power-sensitive Kurse wie Montreal.

Leclerc sieht den Grund dafür vor allem in Ferraris bisheriger Schwäche auf den Geraden, die in Monte Carlo weniger stark ins Gewicht fallen sollte. „Auf den bisherigen Strecken hatten wir auf den Geraden ziemlich große Probleme“, sagte er. „Das sollte hier weniger ein Problem sein.“ Dazu komme ein Ferrari, der laut Leclerc „ein starkes Paket, sowohl was das Chassis als auch die Aerodynamik betrifft“ habe. Auf einem Stadtkurs mit vielen langsamen Kurven und wenig Vollgasanteil könnte genau das entscheidend werden.

Den Ferrari-Hype vor dem Wochenende hat allerdings nicht Leclerc selbst befeuert, sondern vor allem die Konkurrenz. McLaren-Pilot Lando Norris verwies auf Ferraris Stärke in langsamen Kurven und erwartet, dass dieser Vorteil in Monaco besonders sichtbar wird. Die Ferraris seien auf den Geraden zwar nicht die Schnellsten, hätten aber „viel Abtrieb und viel Luftwiderstand“. Das sei „gewissermaßen ihre eigene Strafe“, gebe dem Auto aber auch Eigenschaften, „und dieser Vorteil wird sich dieses Wochenende definitiv zeigen“.

Leclerc zeichnete trotzdem nicht das Bild eines Ferrari-Sololaufs. Er erwartet vielmehr einen engen Kampf an der Spitze. Mercedes werde „sehr, sehr stark“ sein, sagte er, und auch McLaren sowie Red Bull würden „sehr stark“ auftreten. Damit bleibt die Ausgangslage vor Monaco paradox: Die Strecke scheint Ferrari besser zu liegen als die ersten fünf Saisonrennen, doch selbst Leclerc sieht die Scuderia nicht als Referenz, sondern als Herausforderer eines Teams, das 2026 bislang niemand schlagen konnte.