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Hamilton sieht Ferrari im Titelkampf im Vorteil

Lewis Hamilton sieht Ferraris Zuverlässigkeit und operative Konstanz als möglichen Schlüsselfaktor im Formel-1-Titelkampf 2026, während Mercedes nach den Batterieproblemen von George Russell und Andrea Kimi Antonelli im Saisonverlauf noch in Richtung Startplatzstrafen rutschen könnte.

Nach den ersten neun Rennwochenenden zog Hamilton einen klaren Kontrast zwischen beiden Teams. Bei Mercedes fielen Russell in Kanada aus der Führung und Antonelli in Barcelona von Rang zwei jeweils mit batteriebezogenen Defekten aus. Für Hamilton sind das Ausfälle, die nicht nur direkt Punkte kosten, sondern später in der Saison auch Folgen bei der Power-Unit-Verwaltung haben könnten.

Der Ferrari-Pilot lobte dagegen die Arbeit seines eigenen Teams. Lewis Hamilton, Ferrari-Fahrer und siebenmaliger Formel-1-Weltmeister, sagte, er sei „massiv beeindruckt“. Ferrari habe schon vor Saisonbeginn gewusst, dass man „unsere Prozesse und die Art und Weise, wie wir an Rennwochenenden arbeiten, auf ein neues Niveau heben“ müsse. Er verwies dabei auf die Arbeit in der Garage, auf starke Boxenstopps und auf den Beitrag aus der Fabrik, die aus seiner Sicht die Konstanz gebracht haben, „die am Ende in diesem Jahr den Unterschied machen wird“.

Gerade diese Konstanz könnte den Ausschlag geben, wenn der Titelkampf enger wird. Hamilton erklärte, dass es in dieser Saison bei den Motoren insgesamt mehr Probleme gebe als gewöhnlich. Mit Blick auf Mercedes sagte er, er kenne die genaue Batteriesituation bei Russell und Antonelli nicht, „aber irgendwann muss es, nehme ich an, eine Strafe geben“, weil die Zahl der verfügbaren Komponenten begrenzt sei.

Noch lässt sich aus den aktuellen Einsatzdaten allerdings kein eindeutiger Nachteil für Mercedes ableiten. Mercedes und Ferrari haben bislang die gleiche Anzahl an Verbrennungsmotoren, Turboladern, Energy Stores und Steuerelektronik verwendet. Ferrari hat dafür weniger Auspuffanlagen eingesetzt, aber mehr MGU-K-Elemente. Hamiltons Warnung ist damit vorerst eher ein Ausblick auf ein mögliches Problem als ein bereits feststehender Nachteil.

Dass Zuverlässigkeit und Ausführung im Titelrennen bereits Gewicht haben, zeigte auch Silverstone. Hamilton wurde beim Großen Preis von Großbritannien Dritter hinter Russell und verkürzte seinen Rückstand in der Fahrerwertung auf Antonelli auf 32 Punkte. Für Hamilton stützt das die zentrale These seiner Saison: 2026 dürfte nicht nur über pure Geschwindigkeit entschieden werden, sondern ebenso darüber, welches Team Fehler, Defekte und spätere Strafen am besten vermeidet.